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Witz-Rot für Hannover 96-Spieler Huszti

Es war wahrscheinlich die kurioseste Szene des vergangenen Wochenendes. In einem äußerst emotionalen Bundesligaspiel schlägt Hannover 96 in aller letzter Minute das Team von Werder Bremen mit 3:2.

Nachdem Hannover in einer sehr schwachen Bremer Anfangsphase mit 2:0 davon ziehen konnte, kämpfte sich Werder im Verlauf der ersten Halbzeit zurück ins Spiel und erzielte vollkommen verdient sogar noch das 2:2. Dass Bremen den Sieg mindestens genau so verdient gehabt hätte, ein aus meiner sicht regelkonformer Treffer jedoch nicht anerkannt wurde, möchte ich hier nicht weiter ausführen. Diese Art von Fehlentscheidungen gehören zum Spiel dazu.

Quelle: Hannoversche Allgemeine

Was aus meiner Sicht aber verhindert werden kann, sind Aktionen wie die nach dem 3:2-Siegtreffer durch Szabolcs Huszti. Nach eben diesem Treffer, einem Seitfallzieher der Marke Tor des Monats,  zieht er zunächst sein Trikot aus und springt dann noch an den hannoveraner Zaun, um sich von den Fans feiern zu lassen. Resultat dieser Aktion war im Anschluss die gelb-rote Karte, gezeigt von Schiedsrichter Deniz Aytekin.

Ob der Schiedsrichter in diesem Fall die Regel richtig interpretiert hat, soll zunächst mal das DFB-Sportgericht entscheiden. Denn Hannover hat gegen die Sperre – Huszti würde beim Auswärtsspiel in Hoffenheim fehlen – Einspruch eingelegt. Interessant finde ich, dass seit diesem Vorfall von Seiten der Offiziellen um Schiedsrichter und DFB diese Entscheidung vehement verteidigt wird.

Auch wenn das bei den Regelverantwortlichen Niemanden interessieren wird. Diese Emotionen, die Huszti gezeigt hat, sind die Hauptgründe dafür, dass die Menschen diese Sportart so lieben. Hier zeigen Spieler den Fans immer wieder aufs Neue, wie sehr sie mit dem Verein verbunden sind. Mit Sicherheit werden solche Regeln von Leuten erschaffen, die sich nicht annähernd in die Lage eines Spielers versetzen können. Anders ist diese Regel nicht erklärbar. Nach einem solchen Wechselbad der Gefühle noch kurz vor Schluss das Spiel durch ein Traumtor zu entscheiden ist etwas, was jeder Fußballer nur zu gerne erlebt. Allein deswegen kritisiere ich diese Regelauslegung vehement.

Selbst wenn man jetzt von all den Emotionen absieht, die in dieser Aktion steckten, und sich die Regel auf der Zunge zergehen lässt, komme ich zu dem Entschluss, dass der Schiedsrichter hier sehr wohl eine andere Möglichkeit gehabt hätte. Die Regel besagt nämlich, dass es zwei voneinander unabhängige Situationen sein müssen, für die ein Spieler mit gelb-rot unter die Dusche geschickt werden kann. Beim aller besten Willen kann ich das hier nicht erkennen. Es handelt sich für mich eindeutig um eine Aktion – den Torjubel.

Egal aus welcher Sicht ich den Fall also betrachte. Eine gelb-rote Karte ist und bleibt hierbei ein Witz. Gelb als Verwarnung hätte vollkommen ausgereicht.

2 Kommentare

  1. weipah sagt:

    Waren doch zwei Aktionen:
    – Trikot aus
    – Ab zum Zaun

    😉
    Aber Du hast natürlich Recht, solche Aktionen zu pfeifen ist lächerlich!

  2. Jan sagt:

    Kommt mir das nur so vor oder werden die Schiedsrichterleistungen von Jahr zu Jahr schlechter? Wo sind die Colinas, Merks etc. der 10er Jahre?

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