Fußball International

Was uns die Conference League bringen wird

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Nun gibt es ihn also wieder, den dritten europäischen Wettbewerb im Vereinsfußball. Erstmals seit 1999 werden in der neuen Saison drei Trophäen vergeben, wenn man den Supercup einmal ausklammert. Mit der UEFA Europa Conference League verspricht sich der Kontinentalverband, neue Chancen bieten zu können, von denen vor allem die Vertreter der kleineren Landesverbände profitieren sollen. In Zeiten, in denen es für kleinere Vereine immer schwieriger wird, sich für die profitable Champions League zu qualifizieren, klingt dies eigentlich nach einer guten Idee. Doch wie gut das Resultat sein wird, werden wir wohl erst wissen, wenn das Finale in Tirana am 22. Mai 2022 gespielt ist.

Der Meister spielt international

Früher war es ganz normal – der Landesmeister nahm am entsprechenden Europapokal teil, der damals zudem noch nicht durch Zwei-, Dritt- oder Viertplatzierte ergänzt worden war. Lediglich der Sieger der Vorsaison erhielt die Chance, seinen Titel zu verteidigen. Mit der UEFA Europa Conference League gibt es nun wieder garantierte Startplätze im internationalen Geschäft für fünf Landesmeister, die aus der Qualifikation zur Champions League ausgeschieden sind.

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Profitiert haben von diesem neuen Pfad der norwegische Meister FK Bodø/Glimt, der israelische Meister Maccabi Haifa, der FC Flora Tallinn aus Estland, der FK Qairat Almaty aus dem fernen Kasachstan und der bemerkenswerte Lincoln Red Imps FC aus Gibraltar. Gerade Lincoln Red Imps hat in der jüngeren Vergangenheit immer wieder beachtliche Resultate geliefert – nur waren diese in den Qualifikationsrunden zur Champions oder Europa League jeweils kaum wahrgenommen worden.

Vom allerersten Spiel in der Qualifikation zur Champions League bleiben die Landesmeister unter sich. So lässt sich verhindern, dass sie von stärkeren Teams, die in größeren Ligen auf den nächsten Plätzen gelandet sind, aus dem Wettbewerb verdrängt werden. Dieses Schicksal ereilte in der Vergangenheit oftmals Landesmeister aus dem Mittelfeld der europäischen Quotenentenrangliste.

Favoriten aus Italien und England

Die Favoriten für die UEFA Europa Conference League sind indes keine Landesmeister. Sie kommen aus den finanzstarken Ligen in England und Italien, die allerdings nur je einen Teilnehmer in der Gruppenphase stellen. Tottenham Hotspur und der AS Rom sind bei den UEFA Europa Conference League Quoten von Betway beispielsweise die Topfavoriten, mit einer Fußball Wetten Quote von 7,00 (Stand 17. September 2021). Als einziger deutscher Vertreter kommt Union Berlin auf eine Quote von 34,00 auf den Titel in der Conference League.

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Wie in der Europa League ist das Teilnehmerfeld allerdings bis zur K.O.-Phase im Frühjahr noch nicht komplett. Die acht Gruppendritten der Europa League werden nämlich die Chance erhalten, in der Conference League weiterzuspielen. Das dürfte dazu führen, dass weitere starke Mannschaften in den Wettbewerb einrücken werden, die sich auch gute Chancen auf die neue Trophäe ausrechnen dürfen. Wie das geht, hat zum Beispiel der FC Sevilla immer wieder vorgemacht, der öfter als Gruppendritter aus der Champions League in die Europa League wechselte und diese dann jeweils gewann.

Als einziger großer Verband hat Spanien übrigens gar keinen Vertreter in der UEFA Europa Conference League. Zudem sind die Vertreter aus Portugal, Polen und Schottland in den Playoffs der Qualifikation ausgeschieden. Erstmals in einer Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbes sind Mannschaften aus Armenien, Estland und Gibraltar. HJK Helsinki ist zudem die erste Mannschaft aus Finnland seit etlichen Jahren, die es in einem europäischen Wettbewerb in die Hauptrunde geschafft hat.

Zeit für neue Fußballmärchen?

Träumen darf man als Fußballfan jederzeit. Und die eine oder andere Mannschaft wird sich auf tolle Fußballabende auf europäischer Bühne freuen dürfen. Wer wie der LASK aus Linz oder der FC Basel den Gegnern aus den ganz großen Ligen aus dem Weg gehen kann, darf bestimmt schon ein wenig in Richtung K.O.-Runden schielen. Gleichzeitig darf man sich ähnlich wie bei der auf 24 Mannschaften erweiterten Europameisterschaft darauf freuen, auch vermeintliche Außenseiter stark aufspielen zu sehen.

Vielleicht endet ja der Traum eines dieser Außenseiter nicht schon nach der Gruppenphase und es kommt zu einem Duell mit einem der favorisierten großen Vereine aus den großen Ligen in Deutschland, England oder Italien. Doch bei realistischer Betrachtungsweise kommt man zum Schluss, dass der Weg zum Titel halt eben doch nicht an diesen großen Vereinen vorbeiführt. Dass auch kleinere Teams unter der Woche im europäischen Scheinwerferlicht stehen dürfen, ist schön. Aber die Trophäe scheint auch in diesem Wettbewerb für die ganz Großen reserviert zu sein.

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