Relegationsspiel um Liga 3

Waldhof Mannheim mit Unentschieden gegen den SV Meppen

29.05.2017 Bei tropischen Temperaturen trafen im Mannheimer Carl-Benz-Stadion am gestrigen Sonntagnachmittag der Vizemeister der Regionalliga Südwest und der Meister der Regionalliga Nord im Hinspiel der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga aufeinander - Waldhof Mannheim gegen SV Meppen hieß die Begegnung. Während sowohl die Auswärtsfans des SV Meppen als auch die Anhänger des Gastgebers Waldhof Mannheim über mehrere Stunden hinweg für eine bundesligareife Stadionatmosphäre sorgten, konnte man auf dem Spielfeld selbst nicht vieles erkennen, was die beiden Teams dazu berechtigen würde, kommende Saison wieder im Profifußball aktiv zu sein. Und so stand am Ende ein trostloses 0:0 Unentschieden auf der Anzeigetafel.

Enormer Druck lähmt Waldhof-Buben

Mildernde Umstände lasse ich natürlich aufgrund der Hitze gelten. Die Hauptgründe für das schwache Spiel waren meiner Meinung nach aber andere. Als Auswärtsteam im Hinspiel angereist hatte Meppen nicht die Aufgabe, das Spiel zu gestalten oder den Aufstieg bereits gestern klar zu machen. Man konnte aus einer sicheren Abwehr heraus abwartend agieren, wollte hinten die Null halten und alles weitere wäre Bonus gewesen.

Der Druck lag in diesem Spiel ganz klar auf Seiten der Hausherren. Nichts wünschen sich die Waldhof-Fans mehr als die Rückkehr in den bezahlten Fußball. Dementsprechend stark werden die Mannschaften des SVW immer wieder unterstützt. 22.000 Zuschauer im vergangenen Jahr im Relegationsrückspiel gegen die Sportfreunde Lotte, über 24.000 – der Heimbereich war restlos ausverkauft – am gestrigen Nachmittag gegen Meppen. Selbst im Abschlusstraining waren rund 2.000 Waldhof-Fans am Mannheimer Alsenweg. Mit dieser riesigen Erwartungshaltung können die Spieler anscheinend nicht gut umgehen und treten in entscheidenden Spielen teilweise wie gelähmt auf.

Erste Halbzeit geht an Meppen

So ging die erste Halbzeit gestern an das Meppener Team. Die Waldhof-Buben überließen dem Gast aus dem Emsland große Teile des Spiels, was sich vor allem im Eckball-Verhältnis widerspiegelte. Zur Pause führte Meppen in dieser Statistik gefühlt mit 6:1. Aus einer dieser Ecken entstand auch die größte Chance des Spiels, bei der der Ball wahrscheinlich sogar hinter der Linie im Waldhof-Tor war. Zum Glück für die Hausherren entschied das Team um Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann auf Weiterspielen.

Die Waldhöfer, die die Platzwahl anscheinend verloren hatten, spielten in Halbzeit eins auf das Tor mit ihren Fans, tauchten aber nur selten dort im Strafraum auf. Es entstanden einige wenige Chancen, größtenteils nach langen Bällen. Der Abschluss war jedoch nie zielstrebig genug. Die Wende bekam das Spiel kurz vor der Halbzeit, als Meppens Kapitän Martin Wagner mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. Innerhalb von nur wenigen Minuten leistete er sich zwei klar gelb-würdige Foulspiele.

Wenig Tempo in Halbzeit zwei

Sofort keimte Hoffnung unter den Anhängern der Blau-Schwarzen auf. Zumindest das Spiel sollten die Waldhöfer nun an sich reißen. Genau wie in der ersten Hälfte machte sich das zwar in Sachen Ecken-Verhältnis bemerkbar. Vielversprechende Chancen sprangen dabei jedoch nicht heraus. Kein Tempo, keinerlei Risiko, keine 1 gegen 1-Situationen, keiner, der das Heft in die Hand nahm. Dass dieses Spiel vermutlich mit 0:0 enden würde, war relativ schnell nach Beginn der zweiten Halbzeit klar. Meppen musste nicht und beschränkte sich in Unterzahl auf das Verteidigen, Mannheim konnte nicht.

Kurz vor Schluss dann aber doch noch zwei Aufreger. Den einzigen gefährlichen Meppener Konter in Halbzeit zwei konnte SVW-Innenverteidiger Kevin Nennhuber nur durch eine Notbremse stoppen. In der Folge bekam er von Winkmann die rote Karte gezeigt und musste das Spielfeld verlassen. Die letzten fünf Spielminuten herrschte also wieder Gleichzahl. Ausgerechnet dann schienen die Waldhöfer noch einmal eine Schippe drauf zu legen und kamen ihrerseits per Sololauf und präzisem Abschluss zur besten Tormöglichkeit, die vom Meppener Torhüter gerade noch so entschärft werden konnte.

Rückspiel am Mittwoch in Meppen

Alles in allem ein gerechtes torloses Unentschieden in einem schwachen Fußballspiel. Im Relegations-Rückspiel kommenden Mittwoch um 19 Uhr in Meppen reicht den Waldhof-Buben immerhin schon ein Unentschieden, welches nicht torlos endet. Ich bin optimistisch und guter Dinge, dass der Waldhof diesen letzten Schritt gehen und den Aufstieg in die 3. Liga schaffen wird.

Ein Kompliment möchte ich noch den Fans beider Mannschaften machen. Mehr als drei Stunden unterstützten sie ihre Farben bei Bullenhitze größtenteils in der prallen Sonne im Stadion. Von den Stunden davor und danach ganz zu schweigen. Einer beeindruckenden Choreografie beim Einlauf der Mannschaften folgte lautstarke und bedingungslose Unterstützung während des Spiels. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass viele Fans bei diesen Temperaturen deutlich mehr an und über ihre Grenzen gegangen sind als die Spieler selbst.

3 Kommentare

  1. Sag mal hast Du ein anderes Spiel gesehen?

  2. schaetzle sagt:

    Wieso? Was hast du anders gesehen?
    Ich war direkt unter den Waldhöfern hinterm Tor. Gut möglich, dass man da nicht alles mitkriegt. Aber ich hab mich danach mit einigen unterhalten und die haben es auch alle so gesehen.

    1. Ich fand den Waldhof in beiden Halbzeiten dominant. Die eine oder andere Chance muss halt rein.
      So gehe ich eben noch fest von einem Unentschieden in Meppen aus.

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