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Traditionsvereine in der Bundesliga

Ein Wort, das man im Zusammenhang mit der Bundesliga und dem deutschen Fussball gerne und oft hört: Traditionsverein.

Die Fragen, die sich hier nun stellen sind:
– Wie wird man Traditionsverein?
– Wer entscheidet wann man Traditionsverein ist?
– Und warum hat es den Anschein, dass manche Teams von vornherein überhaupt gar kein Traditionsverein werden können?

Der Schrei nach Traditionsvereinen wird immer größer. Angeheizt durch Emporkömmlinge wie die TSG Hoffenheim, das aufstrebende RB Leipzig oder auch Teams wie der VFL Wolfsburg oder Bayer 04 Leverkusen, entstehen immer wieder neue Diskussionen über die Verdrängung von Traditionsvereinen aus der Bundesliga durch eben diese oben genannten Mannschaften, die sich derzeit auf der Fussballbühne Deutschlands tummeln.

In regelmäßigen Abständen erkennt ein Experte, dass Mannschaften wie Hoffenheim die Existenz alter Traditionsvereine bedrohen indem durch externe Geldgeber, in diesem Fall SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, Geld in diese Vereine gepumpt wird und andere Teams, die einst den Scheinwerfer der Bundesliga streiften, finanziell nicht mehr mithalten können und zum Teil in der Versenkung verschwinden.

Auch Bayer Leverkusen und der VFL Wolfsburg haben ein ähnlich schweres Standing aufgrund ihrer namhaften Hauptsponsoren.

Um nun zur anfänglichen Frage zurück zu kommen: Wie werde ich überhaupt ein Traditionsclub?

Ein Verein, der gerne vor allem hier in der Region mit dem Attribut des Traditionsvereins versehen wird, ist der SV Waldhof Mannheim. Wie hat es Mannheim zum Traditionsverein geschafft?

Der Waldhof war von 1983 bis 1990 Gast im deutschen Oberhaus und schaffte es auch ein paar Jahre später fast noch einmal ins Rampenlicht Bundesliag zu treten, verschwand jedoch dann in der großen weiten Fussballlandschaft Deutschlands und ist heute nur noch in der Regionalliga anzutreffen.

Mit 7 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit zum Traditionsverein?

Unbestritten bedeutet der SV Waldhof für eine Menge Menschen, besonders aus der Rhein-Neckar-Ebene einfach alles. Die zum Teil fanatischen Fans schaffen es selbst bei Regionalliga-Partien eine ganze Stadt lahm zu legen. Jedoch erschließt sich nicht sofort die daraus resultierende Kosequenz des Traditionsvereins.

Die TSG aus Hoffenheim spielt nun ähnlich lange in Deutschlands höchster Spielklasse. Mit natürlich ganz anderen finanziellen Rahmenbedingungen. Aber alleine das reine „anwesend sein“ wäre hier gegeben. Die Fankultur ist ebenfalls eine andere. Was man hier jedoch Berücksichtigen muss ist, dass der Verein über die Maßen schnell durch Herrn Hopp nach oben „geschossen“ wurde, dass sich eine solche Kultur im Laufe der weiteren Jahre erst bilden kann. Sicherlich ist die TSG aber auch heute schon für die Region ein großer Fixpunkt mit vielen Sympathisanten und Anhängern geworden.

Aufgrund des gesteigerten globalen Interesses am Fussball und damit auch an der Bundesliga ist der Geldumsatz in abnorme Höhen gestiegen. Wenn man sich alleine die TV-Gelder betrachtet, die jährlich in unseren Lieblingssport gedrückt werden, oder auch die horrenden Summen, die für Spielertransfers das Konto wechseln, so muss man zum Teil die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und erkennen: Wir sind in einer anderen Zeit als noch vor 30 oder 40 Jahren angekommen, als eben jene „Traditionsvereine“ die Schlagzeilen der Sportpresse bestimmten.

Neue Zeiten eröffnen neue Wege und genau diese werden nun in Deutschland beschritten, wie es zuvor schon in der Premier League in England der Fall gewesen ist.

Reiche Männer, Frauen und Firmen stecken Geld in „die schönste Nebensache der Welt“ um den Sport so immer attraktiver zu machen. Was der Einzelne für attraktiv hält bleibt jedem selbst vorbehalten, denn dies ist und bleibt Geschmackssache.

Ich selbst neige zu nostalgischen Rückblicken und sehe gerne noch den alten, in gewisser Weise ehrlichen Fussball der alten Tage. Vielleicht bin ich aber auch selbst noch nicht so weit die Ehrlichkeit der Gegenwart so richtig zu erfassen.

Mein abschließendes Fazit:
Eine neue Zeitrechnung hat begonnen, an die sich einige Vereine besser anpassen konnten als andere. Die Suche nach Traditionsvereinen wird immer weiter gehen und der Prozess zur Tradition zu werden wird niemals abgeschlossen sein.

Vereine, an die heute noch keiner denkt, können die Vereine sein an die man sich in weiter Zukunft wieder gerne zurück erinnert und Teams wie Leverkusen und Wolfsburg, die sich nun seit langer Zeit in der Bundesliga beweisen, werden spätestens dann, wenn sie nicht mehr da sind vermisst werden. Wer weiß wie der Fussball bis dahin aussieht.

Traditionsverein kann jeder werden. Jeder zu seiner Zeit.

Ich bin auf eure Meinungen gespannt!

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