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Sven Ulreich zum FC Bayern

Das Transferkarussel dreht sich wie gewohnt verdammt schnell zwischen den Spielzeiten.

Aber ein Vereinswechsel hat am 16.06.2015 besonders Aufmerksamkeit erregt.

Sven Ulreich, eigentlich Nr. 1 beim VFB Stuttgart, wechselt an die Isar zum FC Bayern München und wird dort zum Back-Up für Nationaltorwart Manuel Neuer.

Die Ablöse ist derzeit noch unbekannt. Da Ulreich aber noch Vertrag über die Saison hinaus besitzt beim VFB wird ein gewisser Betrag fällig werden.

Ulreich trug seit 1998 das Trikot der Schwaben und lief erstmals 2008 in der Bundesliga auf.

Der 26-jährige unterschrieb nun einen Vertrag bis 2018 beim Rekordmeister.

Dies ruft sicherlich einige Kritiker auf den Plan. Denn warum gibt sich ein 26 Jahre alter Bundesligatorwart mit dem Status eines Ersatzkeepers zufrieden?

Meiner Meinung nach traf Ulreich hier aber die absolut richtige Entscheidung und dies hilft auch dem FC Bayern.

Ich hege weder Groll gegen den VFB noch bringe ich übergroße Sympathie für den Klub auf. Als Außenstehender schnappte ich des Öfteren den Eindruck auf, dass Ulreich nicht die Wertschätzung entgegen gebracht wurde, die er für seine Leistungen in den letzten Jahren verdient gehabt hätte. Vor allem in den vergangenen Spielzeiten, als der VFB eher unterdurchschnittlich durch die Bundesliga-Landschaft streifte, war es oft der Keeper der die Schwaben vor Schlimmerem bewahrte.

Andererseits hatte ich das Gefühl, dass gerade in solchen Krisenzeiten schnell ein Schuldiger gefunden wurde beim VFB und das war nicht selten der Mann mit den Handschuhen. Diese Tatsache spiegelte sich auch in dieser Saison wieder, als Ulreich nach dem 6. Spieltag von Trainer Armin Veh auf die Bank gesetzt wurde und dort bis zum 12. Spieltag verharren musste.

Für mich ist Ulreich einer der besten Torhüter der Bundesliga und liegt im nationalen Vergleich nach meiner Ansicht sogar vor den Kollegen Zieler und Weidenfeller, die derzeit das Nationaltrikot tragen dürfen.

Somit wären wir beim nächsten Punkt: die Nationalmannschaft. Leider befürchte ich, ist der Zug Nationalelf für Sven Ulreich abgefahren. Sein Name spielte noch nie eine Rolle in den Planungen von Jogi Löw und Andreas Köpke. Für mich, wie bereits erwähnt, zu Unrecht. Aber da er sich keine Hoffnungen auf eine Nominierung machen muss, ist der Weg zum FCB kein Rückschritt für ihn.

Auch sein künftiger Arbeitgeber kann von diesem Deal nur profitieren. Mit Sven Ulreich hat man nun einen absolut qualifizierten Mann hinter Manuel Neuer. Die Rotation auf der Torwartposition in der abgelaufenen Saison hielt sich bei Pep Guardiola sehr in Grenzen. Vielleicht auch, weil der Unterschied zwischen Neuer und seinen Vertretern einfach zu groß war. Dies sollte nun nicht mehr der Fall sein. Auch in einem Verletzungsfalle von Neuer wäre man nun optimal gerüstet.

In meinen Augen also ein absoluter Glücksgriff für alle Beteiligten, außer den VFB Stuttgart.

Wie ist eure Meinung zum Ulreich-Wechsel?

2 Kommentare

  1. Bin da etwas anderer Meinung. Ulreich hat in seinen ersten Bundesliga-Jahren gute Ansätze gezeigt. Seitdem geht seine Entwicklung für mich aber eher bergab. Höhepunkt war – wie du auch schreibst – die Degradierung in der letzten Saison zum Ersatz-Torwart hinter Thorsten Kirschbaum. In dieser Zeit hat er sich einfach zu viele Fehler geleistet. International gehört er für mich immer noch zu den besseren Torhütern. Aber in der Bundesliga kann ich mit Neuer, Benaglio, Leno, Horn, Bürki, Zieler, Trapp ohne groß nachzudenken locker 7 Torhüter aufzählen, die besser sind.
    Für den FC Bayern ist das aber auch meiner Meinung nach eine Premium-Lösung – war Reina aber vorher auch schon. Da haben sie wieder mal einen guten Transfer gelandet.
    Enttäuscht bin ich von Ulreich. Mit keinerlei Perspektive auf einen Stammplatz zu einem Verein zu wechseln und sich dann hinzustellen und zu sagen „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Manuel Neuer und bin gespannt, was ich von ihm lernen kann“ zeigt doch eigentlich, dass der Mann keinerlei Ehrgeiz hat. Genau das was viele Fans den heutigen Fußballern vorwerfen – nämlich lieber Geld kassieren als Fußball spielen – trifft in diesem Fall für mich zu. Es muss ja aber auch hinter den Kulissen Gründe dafür geben, dass er in Stuttgart trotz der anfänglichen klasse Leistungen nie so richtig angekommen scheint und ein Top-Trainer wie Armin Veh schon nach wenigen Monaten den ehemaligen Kapitän zum Ersatz-Torwart degradiert.

  2. Tanja sagt:

    Also ich als VfB Fan seh das wie folgt: do schlecht wie der VfB immer dargestellt wird im Umgang ist es nicht. Allerdings hatte Ullreich eher mit den Fans das problem der Anerkennung wie mit dem VfB.

    Ich bin Ihm Dankbar für 17 tolle Jahre aber entäuchend ist die große Klappe im Abstiegskampf Treue und Leidenschaft – VfB ein Leben lang und dann solch ein Abgang in die Rente als Bankenwärmer!

    Für meinen VfB seh ich es als Umbruch und neuanfang. Mit Ullreich und bald auch Rüdiger sind zwei weg die die kreative Spieleröffnung lahm gelegt hatten und sich planlos den Ball hin und her gespielt hatten. Mit Tyton und vielleicht noch Weidenfeller haben wir zwei gute neue die uns den Kasten sauber halten werden!

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