Tristesse im Fußball

Playoffs als Modell für die Bundesliga?

22.09.2016 Die Bundesliga wird von den Bayern dominiert. Andere Vereine und Zuschauer langweilen sich. Wäre Playoffs das richtige Mittel gegen die Langeweile?

In schöner Regelmäßigkeit kommen immer wieder Ideen auf um die Bundesliga etwas spannender zu machen. Denn die Bayern marschieren und marschieren – mittlerweile ihrem fünften Titel in Folge entgegen. Klar, dass diese Tatsache ein wenig Tristesse bei anderen Vereinen und deren Anhängern hervorruft. Ein Punkt bei dem in diesem Zusammenhang immer wieder gerne angesetzt wird, ist der Spielmodus um die sogenannten Playoffs.

Weg von nur Hin- und Rückrunde

Der derzeitige Spielrhythmus sollte allen geläufig sein. Gespielt wird in der Bundesliga in Hin- und Rückrunde. Gegen jeden Gegner einmal zu Hause und einmal auswärts. So kommt man unter dem Strich auf 34 Partien pro Mannschaft. Über einen solch langen Zeitraum haben sich die Bayern in den letzten Jahren nur kaum schwächen erlaubt. Deshalb wittert man hier die Chance, wenn sich das Saisonfinale in einzelnen Finalspielen zuspitzen würde. In solchen KO-Spielen liegt die Wahrscheinlichkeit höher, dass jemand die Bayern entthronen könnte.

Wohin mit den Playoffs und wer darf mitmachen?

Wenn man solche Playoffs einführt gilt es natürlich noch einige Dinge zu klären. Zunächst wer alles spielberechtigt wäre. Beim Eishockey in Deutschland sind es beispielsweise die ersten 8 Mannschaften der Tabelle nach der regulären Runde. Dort spielt dann der 1. Gegen den 8., der 2. Gegen den 7. Und so weiter. Ausgespielt werden dort die Begegnungen aber nicht in einer Partie sondern in einer Serie von „Best of 5“ beziehungsweise „Best of 7“. Ganz unabhängig wie viele Mannschaften startberechtigt sind in den Playoffs, man merkt hier schon, dass es ein zeitliches Problem geben könnte.
Wann nach der regulären Saison sollen diese Spiele noch stattfinden? – Oder man müsste die reguläre Saison verkürzen, was nur mit Verkleinerung des Teilnehmerfeldes zu bewerkstelligen wäre. Denn weitere Spiele im Kalender einzutragen, um die normale Saison schneller über die Bühne zu bringen, ist schlichtweg unmöglich. In Zeiten von Champions League, Europa League, WM- und EM-Quali, Internationalen Freundschaftsspielen und dem DFB-Pokal müssten hier Tage im Kalender erfunden werden.

Man merkt also schnell, dass der zeitliche Faktor im Bereich des Fußballs bereits voll ausgeschöpft ist. Auch finanziell wäre es sicherlich nur für einige Mannschaften attraktiv. Die Clubs, die sich jetzt schon mit den kleineren Stücken des Kuchens zufriedengeben müssen, würden sicherlich nur wenig von einem neuen Spielmodus profitieren. Also alle Nostalgiker (mich inbegriffen), die am derzeitigen Modus der Bundesliga sehr hängen, können durchatmen. Eine Regelung durch Playoffs dürfte so nicht umsetzbar sein.

Uns interessiert natürlich auch eure Meinung. Gebt sie Preis und schafft so Raum für Diskussionen. Denn darauf kommt es beim Fußball doch auch ein wenig an ;-).

6 Kommentare

  1. Timo sagt:

    Ich habe in meinem Blog bereits kritisch dazu geschrieben und finde die Idee Playoffs einzuführen nicht richtig, um nicht zu sagen lächerlich.
    Wer nach 34 Spieltagen auf Rang 1 der Tabelle steht hat das auch verdient.
    Nein, ich bin kein Bayern Fan und auch ich wünsche mir mehr Spannung in der Liga aber jeder Verein hat zwei mal die Möglichkeit gegen den am Ende Ersten zu spielen und wer die nicht nutzt und auch sonst Punkte liegen lässt steht eben zurecht nicht auf dem ersten Tabellenplatz.
    Mal ganz davon abgesehen, dass fast nur die von Playoffs sprechen, die dadurch einen finanziellen Vorteil sehen. Denn Playoffs lassen sich gut verkaufen, nicht mehr und nicht weniger.
    Zum Glück würde es wohl schwer werden die „Mehrspiele“ am Ende der Saison unterzukriegen, sodass es wohl beim jetzigen System bleibt.

  2. Ich finde das gabz ehrlich wieder einmal typisch Deutsch :D.
    Wieso ein gut funktionierendes System ändern?!

  3. Marcel sagt:

    Sehr schöner Beitrag! Finde es allerdings sehr schwierig, einen Modus zu ändern, weil ein bestimmtes Team zu dominant ist. Ich meine, theoretisch sollte es doch möglich sein, dass jeder Spieler entsprechend hart und ambitioniert und sich an seine Diät hält usw, um gute Ergebnisse zu erzielen?
    Auf jeden Fall sehr lesenswerter Beitrag. Mach weiter so!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Marcel

  4. Blinkfeuer sagt:

    Play- off- Sport gucke ich nicht. Und tagesaktuell sieht meine Hochrechnung die Seppls in der €- Liga.

    Leip-Hoffe-BVB- und…ähm.. nicht der HSV… gehen besser durch.
    Worauf die Abteilung Attacke die Seisongg (bayr.) statt mit Play off immer dann beenden will, wenn die oben stehen. Damit die Zeit für den FC Hollywood reichlich bemessen ist. Damit man sich Katar für den Matsch im Weserstadion vorbereiten kann. Um danach über das Wetter zu klagen.

  5. Hey,

    beim Handball wurde das Thema auf Grund der Dominanz von THW Kiel auch diskutiert und es ist einfach Schwachsinn. Wie Timo schon sagt – der Beste steht nicht unverdient am letzten Spieltag ganz oben. Eine ganze Saison mit all den Höhen und Tiefen wird dann durch Playoffspiele nochmal in Frage gestellt. Was ist dann mit den anderen kleinen Vereinen??

    Viele Grüße

    Chris

  6. York sagt:

    Don´t touch a running system 🙂 Ich finde das aktuelle Ligasystem am besten. Alles andere wäre mir zu sehr eine Lotterie.

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