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Philipp Lahm – der Witz der Nation

Nationalmannschafts- und Bayern-Kapitän Philipp Lahm hat mit gerade einmal 27 Jahren seine Autobiographie veröffentlicht.
Und als ob er mit seiner Leistung über die letzten Jahre nicht bereits genügend negativ auf sich aufmerksam gemacht hat, so schafft er dies mit seinem Buch auch weiterhin.
In seinem Buch gibt er nun Internas vor allem aus seinen Zeiten bei der Nationalmannschaft bekannt. Dass das nicht gerade positive Erzählungen sind sieht man an der Reaktion der Medien und von ehemaligen Weggefährten. Was er in seinem Buch genau schreibt, könnt ihr in den Medien verfolgen. Ich würde niemals dazu raten, dass ihr euch sein Buch kauft. Denn Geld braucht der Junge mit Sicherheit keins mehr in seinem Leben.
Ich möchte aber sehr gerne die Dinge kommentieren, die seine Weggefährten angehen. Rudi Völler hat Lahm damals in die Nationalmannschaft berufen. Unter Jürgen Klinsmann und Jogi Löw hat Lahm mehr Verantwortung erlangt und wurde durch eine kleine Intrige gegen Ballack sogar zum Mannschaftskapitän. Und trotzdem lässt er Völler und Klinsmann in seinem Buch schlecht da stehen. Der Höhepunkt ist aber, dass er Internas von der EM 2008 rausgibt. Dass es damals in der Mannschaft nicht gestimmt hat, interessiert keinen Menschen – die treuen deutschen Fans am wenigsten. Die Mannschaft wurde Vize-Europameister und nach außen hin hat sie ein klasse Turnier mit unglücklichem Ende gespielt.
Mittlerweile traue ich Lahm auch zu, dass er sich in seinen Bayern-Vertrag eine Klausel schreiben lies, die ihm in den nächsten Jahren den Kapitänstitel garantiert. Anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, warum ein Spieler, der auf dem Platz keinerlei Emotionen, Führungsqualitäten und auch keine Leistung zeigt, trotzdem unangefochtener Kapitän beim FC Bayern ist. Und ich kann unseren letzten echten Führungsspielern Oli Kahn und Matthias Sammer da nur zustimmen: Der aktuelle Bayern-Kapitän ist kein Führungsspieler. Schweinsteiger spielt seit der WM zwar auch nur noch Mittelmaß. Dennoch wäre er die deutlich bessere Wahl.
Die einzige Konsequenz, die sowohl der DFB als auch der FC Bayern nach dem Erscheinen dieses Buches ziehen müssen, ist die Degradierung von Lahm. Die deutsche Nationalmannschaft verliert ihr Gesicht, wenn solch ein verräterischer selbstverliebter Zwerg weiterhin Kapitän bleibt. Und ich gehe auch davon aus, dass ich nicht der einzige Fan bin, der sich aktuell überlegt, ob er nächstes Jahr wirklich nach Polen/Ukraine reist, um das Team zu unterstützen.
Als nächstes wird Lahm dann erzählen, dass einer seiner bösen Ex-Trainer dafür gesorgt hat, dass er damals von der linken auf die rechte Abwehrseite gewechselt ist. Dabei war er es, der in jedem Interview verdeutlicht hat, dass er auf der rechten Seite viel stärker spielt. Jetzt wo das Experiment beendet ist und jeder gesehen hat, dass Lahm auf der rechten Seite maximal Bundesliga-Mittelmaß ist, wird sich zeigen, ob auch Lahm mal offen einen Fehler zugeben kann. So wie ich ihn einschätze wird er komplett von sich ablenken und dem Ex-Trainer die Schuld geben.
Ich kann mich den Worten von Rudi Völler nur anschließen. Lahm ist einfach nur erbärmlich!

5 Kommentare

  1. a.witt sagt:

    An den DFB offener Brief

    Hallo,

    ich wollte mal zum Ausdruck bringen, was mir wiedermals aufgefallen ist.

    Der Umgang mit dem mehr als eigenwilligem Verhalten des amtierenden Kapitäns der deutschen Fußballnationalmannschaft der Herren, im Zusammenhang seiner Buchveröffentlichung und dessen Inhaltes ist schon zum Haare raufen, aber dass so jemand nur auf Grund von noch zweifelhafteren Leistungen, die scheinbar einen garantierten Stammplatz rechtfertigen, nicht mal vom DFB oder dem Bundestrainer resolut in seine Schranken gewiesen werden kann, darf oder will, ist noch armseliger.

    Andere Spieler werden wegen Spuckens auf dem Platz suspendiert was auch in Ordnung ist, weil gezeigt wurde was auch zu Anstand und Moral gehört und andere wissen nicht wie man Moral schreibt und dürfen durch Rundumspucken ihre Altersvorsorgen finanzieren und dafür auch noch dicke Werbung vom DFB bekommt. Gratulation dazu, oder ist den Verantwortlichen nichts anderes übrig geblieben Ruhe zu bewahren um nicht im nächsten Buch zu erscheinen?

    Ich hoffe nur, dass das nun Schule macht und auch gleich die ganz Jungen gleich ihr Lebenswerk schreiben alle fertig machen und danach nicht mehr spielen brauchen, weil sie mit dem buch ausgesorgt haben.

    Aber was soll man auch von Leuten halten, die auch nicht einmal den Anstand hatten einem Michael Ballack vor dem Aussteigen einen angemessenen Abgang zu ermöglichen, mit 100 Länderspielen und im letzten als Kapitän, aber nein, da werden Leistungen und Anerkennung hinter persönliche Fehde und Ost-Westkonflickte gestellt.

    Eigentlich könnte mir das ganze Theater der deutschen Mannschaft egal sein, weil ich schon seit längeren keine Sympathie mehr dafür habe, weder mit Trainer noch Art und Weise der Spiele, aber das spiel ist mir zu langweilig und wie schon so oft der Zeit hinter her, aber man hat ja auch Jahre gebraucht um Stammspielern ihr angestammten Plätze zu lassen.

    Nun gut, dass solls gewesen sein und schönes WE noch!

    A.Witt

  2. Wiesente sagt:

    @ A.Witt : Ich muss ihnen zu 98% recht geben! Allerdings zu behaupten, der DFB hätte nicht den Anstand Herrn Michael Ballack einen angemessenen Abschied zu ermöglichen, ist quatsch!
    Herr Ballack hat seinerseits das angebotene Abschiedsspiel gegen Brasilien ausgeschlagen. Warum auch immer..

  3. @ Wiesente: Ich kann Sie beruhigen. A. Witt hat auch mit den letzten 2% Recht. Denn das Länderspiel gegen Brasilien, welches ich nebenbei live im Stadion sehen konnte, war schon lange vor Bekanntwerden des Ballack-Abschieds vereinbart. Und Michael Ballack hat das Spiel – wie ich finde zu Recht – deswegen nicht als Abschiedsspiel genutzt, weil es nicht für ihn organisiert wurde, sondern wie gesagt bereits seit vielen Monaten fest stand.
    Einem verdienten Spieler wie Ballack es ist hätte man durchaus ein weiteres Spiel als Abschiedsspiel geben können. Allerdings besteht hier wahrscheinlich die Problematik des Länderspiel-Kalenders, der bereits bis zum Rand mit unwichtigen und uninteressanten Freundschaftsspielen voll ist.

  4. PM sagt:

    Lahm hat es doch lang drin, Publicity für sein Buch zu machen. Die alten Reflexe funktionieren doch tadellos! Trotzdem ist er überbewertet als Spieler.

  5. Fitzgerald sagt:

    Wow, deutliche Worte, die ich aber so nicht unterschreiben möchte. Ich finde es eher mutig, wenn die Probleme anspricht, die es in der Nationalmannschaft gab – allerdings hätte er das vielleicht nicht gerade so öffentlich machen sollen wie es jetzt mit dem Buch ist, das stimmt schon. generell halte ich Lahm allerdings für einen Spitzenspieler, der völlgi zu Recht Kapitän ist.

    @a.witt: Was bitteschön kann man denn am Spiel der deutschen Nationalmannschaft nicht gut finden? So liedenschaftlich, frisch und energetisch wie unter Löw haben unsere Jungs lange nicht gespielt.

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