Testbericht-Serie Konsolenfußball

PES 2017 – Allgemeiner Testbericht

PES 2017 für die XBOX One

PES 2017 für die XBOX One

Wie bereits Anfang September in der Einführung in die Testbericht-Serie angekündigt werden wir dieses Jahr die beiden großen Konsolenfußball-Spiele, PES 2017 und FIFA 17, auf Herz und Nieren prüfen. Das erste Testobjekt ist ein XBOX One-Exemplar von PES 2017 aus dem Hause Konami. Im heutigen Artikel geht es um die allgemeine Aufmachung des Spiels, die Menüführung, das Gameplay und die Grafik.

Der erste Start

Das Spiel lädt zunächst nur ein Update von 78 MB. Danach kann man es starten und während der Installation zur Überbrückung Freundschaftsspiele mit Barcelona und Arsenal spielen. Nach nicht einmal zwei Spielen ist das Spiel installiert und kann gestartet werden. Diese Vorgehensweise gefällt mir sehr gut. Erst vor wenigen Tagen habe ich das neue Madden NFL 17 installiert. Dabei habe ich den ersten Abend nahezu gar nicht gespielt, weil zunächst fast 4 GB Daten heruntergeladen werden mussten. Da ist dieser PES-Überbrückungsmodus echt eine super Idee.

Update: Am zweiten Abend musste ich dann doch auch noch etwas mehr als 1 GB Daten für das Spiel herunterladen. Dabei konnte ich leider nicht mehr auf diesen Modus zurückgreifen. Schade.

Beim ersten Start kann man direkt die sogenannten Befehlskonfigurationen festlegen. Anhänger der FIFA-Reihe können mit dem Konfigurations-„Typ 2“ das Ihnen bekannte Muster auswählen, bei dem der Torschuss auf der Taste B und die Flanke bzw. in der Defensive die Grätsche auf der Taste X liegt. Außerdem wechselt das Sprinten dadurch von der Taste RB zur Taste RT, was ich persönlich als viel angenehmer empfinde. Zu guter letzt kann man sich die Konfiguration auch selbst zusammenstellen, indem man „Benutzerdefiniert“ wählt.

Nachdem man die Online-Nutzungsbedingungen von Konami gelesen und akzeptiert hat, wird ein Benutzerprofil erstellt und die Netzwerkumgebung überprüft. Diese Vorgänge werden ausschließlich beim ersten Start des Spiels durchgeführt.

Gute Menü-Führung

Das Menü ist übersichtlich in fünf Reitern unterteilt: Heim, Spiel, Wettbewerb, Welt des Fußballs und Extra. Man findet sich schnell zurecht. Fraglich ist allerdings, ob man auf den Reiter „Heim“ nicht hätte verzichten können. Bei dann vier Reitern, wovon lediglich drei zum Spielen gedacht sind und der letzte ausschließlich für Optionen, würde ein Durchnavigieren ebenfalls sehr schnell funktionieren. Nun möchte ich kurz genauer auf die Inhalte der einzelnen Reiter eingehen.

Der erste Reiter „Heim“ ist gleich eine Art Schnellauswahl, die sich aus bis zu drei Spielmodi zusammensetzt, die der Spieler am häufigsten gespielt oder die er sich an diesen Reiter gepinnt hat.

Im Reiter „Spiel“ findet man alles Nötige, wenn man schnell spielen möchte. Über „Spielpartie“ kann man eine einzelne Partie gegen einen Freund oder dem Computer starten. Außerdem kann man dort seine Spielstatistik und eine Analyse seiner Ergebnisse anschauen. Das „Schnelle Spiel“ startet ein Online-Spiel ohne Auswirkung auf die Gesamtstatistiken. In den „Online-Ligen“ kann man eine Serie von zehn Saisons spielen und muss dabei versuchen bis ganz nach oben zu kommen. „Mitspieler-Suche-Lobby“ bringt euch zur Lobby für Online-Spiele. Hier könnt ihr auch selbst Spiele eröffnen und auf Mitspieler warten. Ähnlich verhält es sich mit der „Teamspiellobby“ – mit dem Unterschied, dass man hier nicht als Team, sondern als einzelner Spieler teilnimmt.

Hinter dem Reiter „Wettbewerb“ verstecken sich die internationalen Wettbewerbe UEFA Champions League, UEFA Europa League und AFC Champions League. Zudem kann man sowohl vorgefertigte als auch anpassbare Ligen und Pokale spielen.

Der Reiter „Welt des Fußballs“ stellt das Herz von PES 2017 dar. Hier kann man im „myClub“ ein Team zusammenstellen und sich mit dem Computer oder auch mit Freunden messen. In der „Meister-Liga“ übernimmt man die Kontrolle bei einem Verein und hat die Aufgabe, den Verein zur weltweit anerkannten Supermacht zu führen. Der Modus „Werde zur Legende“ ermöglicht es hautnah, die Karriere eines einzelnen Fußballers zu erleben.

Der letzte Reiter mit dem Namen „Extra“ dient hauptsächlich den Einstellungen. Aber auch trainieren kann man hier. Zudem bekommt man dort einen Einblick in die Statistiken und die Wiederholungsgalerie. Hier die Liste an Optionen: Training, Editieren, Live-Aktualisierungen anwenden, Online-Einstellungen, Systemeinstellungen, Statistiken, Wiederholungsgalerie, Optionen

Coole Start- und Überbrückungs-Sequenz

Fasst man den Controller im Hauptmenü kurze Zeit nicht mehr an, wird eine Überbrückungssequenz eingespielt. Diese ist die gleiche Sequenz wie zu Spielbeginn. Mit der Vereinshymne des FC Barcelona im Hintergrund schwebt man ins originalgetreue Camp Nou und sieht die Topstars in Spielaktionen.

Das Gameplay überzeugt

Getestet wurde bisher ausschließlich der Schwierigkeitsgrad „Fortgeschrittener“. Dort verlaufen die Spiele durchaus realistisch und machen Spaß. Da jeder Gegner anders verteidigt, ist man gezwungen, sich auf die Stärken und Schwächen des Gegenübers einzustellen. Dies schafft man unter anderem mit Hilfe der Schnellwahltasten, über die man taktische Kniffe wie Tiki Taka oder die falsche Neun immer dann ansteuern kann, wenn man sie im Spiel benötigt.

Auch soll PES 2017 zum ersten Mal mit einer adaptiven künstlichen Intelligenz ausgestattet sein, die sich auf die Spielweise des menschlichen Spielers einstellt und Gegenmaßnahmen entwickelt. Dazu kann ich noch nicht allzu viel sagen. Auffällig war jedoch ein Spiel, bei dem ich zur Halbzeit 4:0 führte und dabei alle vier Tore über die Außen vorbereitete. Obwohl ich in der Halbzeit an meinem Kader nicht viel verändert habe, gelangen mir diese Flankenläufe in Halbzeit 2 nicht mehr. Könnte also sein, dass die künstliche Intelligenz hier gegriffen hat. Ist aber genauso gut möglich, dass ich bei dem Spielstand unterbewusst ein paar Gänge runter geschaltet habe. Zu diesem Punkt halte ich euch auf dem Laufenden.

Die Ballphysik und das Laufverhalten der Spieler fühlen sich auf jeden Fall echt an. Man kommt meiner Meinung nach nur etwas zu leicht an den Ball, wenn der Gegner im 1 gegen 1 auf einen zuläuft. Das mag aber ebenfalls am Schwierigkeitsgrad liegen. Hier werde ich in den nächsten Wochen sicherlich noch stärkere Grade testen.

Die Grafik ist kein Fortschritt gegenüber PES 2016

Die Grafik reißt mich nicht vom Hocker, ist aber auch nicht so schlecht, dass sie den Spielspaß mindern würde. Ab und an kommen mir Bewegungen doch auch etwas abgehackt vor. Die Animationen zwischen Spielszenen, beispielsweise die Wiederholung von Torchancen und Fouls oder das Vergeben von Karten, sind sehr detailliert, können aber – gerade wenn man es eilig hat – auch nerven.

Ein- und ausgeleitet werden die Szenen von einem goldenen PES-Symbol, welches anfangs edel erscheint, später aber doch nervig ist, weil man sich diese Zeit doch hätte sparen können. Leider haben die Wiederholungen selbst mit den nachfolgenden Animationen nur wenig gemeinsam. Hier überzeugt mich die Grafik nicht.

Die Gesichter von international bekannten Spielern sind ein wahres Highlight von PES 2017. Bei Shinji Kagawa und Pierre-Emerick Aubameyang wusste ich zunächst nicht, ob das jetzt eine Filmsequenz ist oder ob sie wirklich so perfekt nachgebildet wurden. Auch Weltstars wie Cristiano Ronaldo, Andres Iniesta, Gareth Bale oder Lionel Messi haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem jeweiligen Original. Wo Licht ist, ist leider auch immer Schatten. Unbekanntere Spieler wie zum Beispiel Gonzalo Castro oder Marcel Schmelzer haben leider wenig Ähnlichkeit mit den echten Vorbildern.

Einerseits ist das Aussehen der Gesichter in den Animationen wichtig. Andererseits freue ich mich immer, wenn ich die jeweiligen Spieler während des Spiels anhand ihrer Statur und ihres Laufstils erkenne. Auch hier ist bei PES 2017 sicherlich noch Luft nach oben.

PES 2017 enttäuscht bei den Kommentatoren

Ein Punkt, der leider nicht spürbar verbessert wurde, sind die Kommentatoren. Bereits bei PES 2016 haben Marco Hagemann und Hansi Küpper oftmals unpassende Sprüche abgelassen. So werden bei Einwürfen auch schnell einmal Eckbälle anmoderiert oder bei Toren der Torschütze doppelt angepriesen. Schade, dass man hier nicht nachgebessert hat.

Als weitere positive Punkte möchte ich die Musik aufführen. Gleich beim ersten Start wurde ich mit Ride von twenty one pilots empfangen und so aktuell ging es dann in Sachen Musikauswahl auch weiter. Angenehme Hintergrundmusik, die ihr gerne haben dürftet. Des Weiteren sind mir die Ladezeiten positiv aufgefallen. Mag aber auch sein, dass ich durch Madden NFL 17 noch etwas zu sehr beeinflusst war. Da man bei Madden auch gerne einmal gefühlt eine Minute warten muss, bevor es weiter geht, waren die Ladezeiten bei PES 2017 wirklich angenehm.

Fehlende Lizenzen sind das dickste Minus

Klarer Minuspunkt und für viele deutsche Spieler auch der entscheidende Punkt, warum sie sich gegen PES und für FIFA entscheiden, sind die fehlende Lizenzen. Weder die Bundesliga noch die deutschen Teams sind bis auf wenige Ausnahmen bei PES 2017 vertreten. War bis zu PES 2016 der FC Bayern wenigstens noch über „Weitere Mannschaften der Welt“ auswählbar, so sucht man dieses Jahr vergeblich nach ihm. Der FCB hat einen Exklusiv-Vertrag mit EA abgeschlossen und taucht daher überhaupt nicht mehr auf. Lediglich Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayer Leverkusen sind als deutsche Teams vertreten.

Aber auch in anderen Ländern sieht es nicht viel besser aus. Aus der spanischen Primera Division sind mit dem FC Barcelona und Atletico Madrid lediglich zwei Originalteams vertreten. Real Madrid ist beispielsweise unter dem Namen MD White geführt. Und auch in der Premier League findet man nur zwei der Top-Teams unter ihrem echten Namen: FC Liverpool und Arsenal London. Die beiden Vereine aus Manchester laufen unter Man Red und Man Blue, der FC Chelsea heißt London FC.

Auch wenn vielerorts immer wieder über den vorhandenen Editor geschrieben wird, mit dessen Hilfe man die Namen der Teams abändern kann. Das kostet Zeit, viel Zeit. Zeit, die zumindest ich lieber ins eigentliche Fußball spielen stecken möchte.

Fazit zu PES 2017

Alles in allem hat Konami in diesem Jahr ein gutes Konsolenfußballspiel präsentiert, das – abgesehen von den so gut wie nicht vorhandenen Lizenzen – nur wenige Schwächen offenbarte. Die Grafik ähnelt im Großen und Ganzen zwar noch sehr der Vorgängerversion PES 2016. Den Spielspaß mindert das jedoch nicht. Aus Spieler- bzw. Käufer-Sicht dürfte die alles entscheidende Frage die sein, ob man ohne die Lizenzen leben kann. Wenn man damit keine Probleme hat, kann man wieder einmal beruhigt zur neuen Version von Pro Evolution Soccer greifen.

Weitere Testberichte folgen

Die nächsten Testberichte werden sich dann um die Haupt-Spielmodi von PES 2017 drehen: „myClub“, „Meister-Liga“ und „Werde zur Legende“. Sobald es Updates zu einem der obigen Punkte gibt, aktualisieren wir selbstverständlich diesen Artikel. Die Links zu den weiteren Berichten dieser Serie findet ihr unten.

An dieser Stelle möchten wir erneut auf unsere Verlosung aufmerksam machen. Gebt dem Fußball-Blogger ein Like auf seiner Facebook-Seite und kommentiert unter dem Einführungsartikel, ob ihr zum PES- oder zum FIFA-Lager gehört und warum ihr das eine besser als das andere findet. Mit ein wenig Glück gewinnt ihr Mitte Oktober eines von zwei Playstation 4-Exemplaren von Konamis PES 2017.

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