Die Mannschaft im Umbruch

Nations League-Abstieg großes Glück für Joachim Löw

18.11.2018 Durch den 2:0-Erfolg der Niederlande über Weltmeister Frankreich bewahrte sich Oranje die Chance auf den Gruppensieg in der UEFA Nations League-Gruppe 1 und besiegelte damit gleichzeitig den Abstieg unserer deutschen Nationalmannschaft. Aber was bedeutet das jetzt genau? Meine Meinung dazu möchte ich euch in den nächsten Absätzen näher bringen.

Deutschland mit 1 Punkt aus 3 Spielen

Nach dem torlosen Auftakt gegen den frisch gebackenen Weltmeister aus Frankreich folgte eine deutliche 0:3-Niederlage im Auswärtsspiel beim ersten Aufeinandertreffen mit der Niederlande sowie eine 1:2-Niederlage im Rückspiel bei den Franzosen. Weil Holland und Frankreich jeweils eines ihrer direkten Duelle gewannen, steht Deutschland nach drei von vier Spielen mit nur einem Punkt abgeschlagen auf dem letzten Platz der 1. Gruppe in der Nations League A.

Der Sieger der Gruppe in diesem aus deutscher Sicht unnützen Turnier hat im kommenden Sommer die Chance, sich im Final Four für die Europameisterschaft 2020 zu qualifizieren. Der Gruppenletzte steigt in die Nations League B ab und hat so bei der nächsten Austragung des UEFA Nations League-Turniers, in 2 Jahren, die Möglichkeit, durch einen Gruppensieg wieder in die Nations League A aufzusteigen. Dieses Schicksal ereilt nun unsere Nationalelf.

Erzwungener Umbruch der Mannschaft

Ob die UEFA Nations League grundsätzlich Sinn macht, das soll nicht Inhalt dieses Artikels sein. Vielmehr möchte ich auf den Umbruch eingehen, den der DFB mit unserer deutschen Nationalmannschaft spätestens nach dem peinlichen Auftreten bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Russland in die Wege leiten musste.

Denn dieser ging auch nach der WM nur äußerst schleppend voran. Die Verantwortlichen um Joachim Löw, Oliver Bierhoff und Reinhard Grindel übten sich vielmehr in Durchhalteparolen als die eigentlichen Probleme offen zu benennen und anzugehen. Erst nach der erneut peinlichen Niederlage im Auswärtsspiel gegen Holland wurde der Druck durch die Medien derart groß, dass Löw handeln musste.

Standen im Spiel bei Oranje noch acht Spieler in der Startelf, auf die er auch schon beim WM-Aus gesetzt hatte, so fanden sich im darauf folgenden Spiel in Paris viele davon auf der Ersatzbank wieder. Jeder einzelne Mannschaftsbereich wurde deutlich verjüngt und es schien als ob unsere hoffnungsvollen Nachwuchsspieler wie Sané, Gnabry, Kehrer oder auch bereits etablierte aber immer noch junge Bundesligaspieler wie Timo Werner, Joshua Kimmich und Niklas Süle von jetzt an mehr Spielzeit bekommen sollten. Dass man die Partie beim Weltmeister dennoch verlor, kann man an der fehlenden Erfahrung festmachen.

Nations League-Abstieg ist Löws Glück

Doch wer die Nationalmannschafts-Karriere von Joachim Löw über die gesamte Zeit verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass er in wichtigen Spielen ausschließlich und immer auf Altbewährtes vertraut hat. Insofern hätte ich es nur zu gerne gesehen, mit welcher Elf er morgen Abend in das Abstiegs-Endspiel gegen die Niederlande gegangen wäre. Die Rückkehr zum einschläfernden Ballbesitz- oder auch Altherren-Fußball mit einem Mats Hummels in der Abwehr, einem Thomas Müller auf der Außenbahn und Marco Reus oder Timo Werner als Mittelstürmer wäre für mich keine Überraschung gewesen.

Zum Glück für Joachim Löw und wahrscheinlich auch für die Entwicklung unserer deutschen Nationalmannschaft findet dieses Endspiel jetzt aber unter komplett anderen Voraussetzungen statt. Der Abstieg der DFB-Elf ist bereits besiegelt. Lediglich Holland hat noch die Chance auf den Gruppensieg, wenn man nicht als Verlierer vom Platz geht. Allein die Möglichkeit den Holländern die Chance auf die direkte EM-Teilnahme nehmen zu können, sollte morgen Abend eigentlich schon genügend Motivation für jeden deutschen Spieler sein.

Wohin geht der Weg der DFB-Elf?

Löw kann also mit der Verjüngungskur fortfahren, ohne dabei irgend ein Risiko einzugehen. Denn selbst im schlimmsten Falle einer erneuten Niederlage kann der Bundestrainer argumentieren, dass diese Niederlage unser junges deutsches Team weitergebracht hat. Interessant für mich wird sein, welchen Fußball Löw spielen lässt. Er selbst hat analysiert, dass der reine Ballbesitz-Fußball nicht mehr das alleinige Erfolgsrezept im modernen Fußball ist. Nur mit jungen Wilden werden wir aber auch nicht weit kommen.

Der Mittelweg, den er mit unserer deutschen Nationalelf einschlagen möchte, ist für mich noch nicht zu erkennen und so bleibe ich auch weiterhin bei meiner Meinung – Anfang Juli warf ich einen Blick auf den IST-Zustand des deutschen Kaders -, dass ein echter, erfolgsversprechender Umbruch in dieser Konstellation, ohne frischen Wind auf Trainer- und/oder Manager-Position nicht möglich ist.

Wie seht ihr das?

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