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Mia san mia! Peinliche Bayern-Fans…

Da ich früher selbst zu den unzähligen Bayern-Fans gehörte, kenne ich mich in München und insbesondere an der Säbener Straße sehr gut aus.
Genau wie der aktuelle Bayern-Präsident war ich schockiert über die Bilder, die ich am Samstag Nachmittag in der Allianz-Arena sehen musste. Zwar handelte es sich wieder einmal nur um einen gewissen Anteil der Bayern-Fans, die Uli Hoeneß beleidigten. Interessant ist allerdings, dass es sich um die Fans aus der Südkurve handelt, bei denen man von „echten“ Bayern-Fans sprechen kann. Echte Bayern-Fans sind diejenigen, die den FCB Woche für Woche sowohl in Heim- als auch in Auswärtsspielen unterstützen und viele Reisen zu den Europapokal-Spielen nach ganz Europa auf sich nehmen. Es handelt sich also dabei ausdrücklich nicht um solche Fans, die nur deswegen FC Bayern-Fan sind, weil der FCB das erfolgreichste deutsche Team der letzten Jahrzehnte ist.
Umso mehr hat es mich überrascht, dass genau diese Fans die Schritte eines Uli Hoeneß nicht verstehen – ja sogar nicht akzeptieren – wollen.

Die Beleidigungen gegenüber Hoeneß resultieren aus zwei Ereignissen. Seit Monaten zeigt man Woche für Woche, dass man den aktuellen Nationaltorhüter und gleichzeitig einen der besten Torhüter der Welt – Manuel Neuer – nicht in München haben möchte. Hierbei wurde auch Manuel Neuer mehrfach von den Bayern-Fans beleidigt. Das Fass zum überlaufen brachte allerdings die erneute Rettung des Lokalrivalen TSV 1860 München. Zum wiederholten Male unterstützte der FC Bayern die „Blauen“ und rettete sie damit erneut vor der Insolvenz. Hier sind wir auch an dem Punkt, warum die Bayern-Fans Uli Hoeneß als Lügner bezeichnen. Erst vor einigen Monaten bekräftigte Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung, dass man dem Lokalrivalen kein weiteres Geld zusteuert. Nach außen hin sieht es nun aber so aus, als ob Hoeneß genau das getan hätte. Wenn man sich allerdings etwas genauer über den Sachverhalt informiert – was man von den echten Bayern-Fans ja durchaus erwarten kann – erkennt man, dass der FC Bayern den Löwen lediglich eine Summe von 2,1 Millionen Euro gestundet hat. Das heißt, zwischen den Blauen und den Roten gibt es eine Vereinbarung, dass die Fälligkeit der Zahlung der Stadionrate bis zum 15. Juli hinausgezögert werden kann. Dieser Schritt war absolut notwendig und führt dazu, dass 1860 München nicht von einer sofortigen Insolvenz betroffen ist. Als kurze Randnotiz sollte erwähnt werden, dass dem FC Bayern bis zum Jahr 2025 noch 50 Millionen Euro vom TSV 1860 München zustehen. Ginge der Verein insolvent, wäre dieses Geld verloren. Leider scheint diese doch relativ einfache Rechnung für einige Bayern-Fans zu kompliziert zu sein. Aus meiner Sicht haben Uli Hoeneß und der FC Bayern also absolut korrekt gehandelt.

Was mich jedoch noch viel mehr aufregt, ist die Tatsache, dass man – ohne nachzudenken – einen Mann beleidigt, der sein Leben lang für nichts anderes gelebt hat, als den FC Bayern da hin zu bringen, wo er heute steht. Uli Hoeneß steht in München unter Denkmalschutz sollte man eigentlich meinen. Ähnlich wie Uwe Seeler in Hamburg oder Fritz Walter in Kaiserslautern. Mit dem Unterschied, dass die HSV- und Lautern-Fans ihrem jeweiligen Idol immer treu bleiben bzw. treu geblieben sind. Und dabei ist mir durchaus bewusst, dass Uli Hoeneß für den FC Bayern um Welten mehr getan hat, als ein Uwe Seeler für den Hamburger Sportverein oder ein Fritz Walter für die roten Teufel.

Mit dieser Aktion haben sich die Bayern-Fans nicht nur aus meiner Sicht blamiert.
Ich bin gespannt, ob die Fans ihren Fehler erkennen und sich spätestens beim nächsten Heimspiel öffentlich bei Uli Hoeneß entschuldigen.

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