Internationale Nachrichten

Marokko setzt Zeichen im Kampf gegen Ebola

Dem königlich-marokkanischen Fußballverband aus Marokko wurde der Afrika-Cup 2015 entzogen. Zudem wurde das marokkanische Team vom Turnier ausgeschlossen.

Nachdem der eigentliche Ausrichter des Afrika-Cup 2015 mehrfach versuchte, das Turnier aus Angst vor Ebola um ein Jahr zu verschieben, setzte man nun ein Zeichen und blieb gegenüber dem CAF, dem afrikanischen Fußballverband, hart und hielt an seiner Haltung fest. Mit Marokko wird es keinen Afrika-Cup im Januar 2015 geben. Dies hat nun zur Folge, dass der CAF den Marokkanern das Turnier abnimmt und die Nordafrikaner zudem vom Turnier ausschließt.

Wenn man bedenkt um wie viel Geld es bei der Austragung eines Kontinentalturniers geht, dann hat der königlich-marokkanische Fußballverband unser aller Respekt verdient. Viel zu oft regiert heutzutage nur noch das Geld den Profi-Fußball. Alles andere ist Nebensache und muss weichen. Nicht aber in Marokko. Das Land setzt ein Zeichen, welches vor allem im internationalen Fußballgeschäft schon lange fällig war. Das Leben der Menschen und die Bekämpfung von Ebola sind dem Land wichtiger als Geld und Ruhm. Dem CAF, übrigens eine Regionalkonföderation der FIFA, ist eben die finanzielle Seite wichtiger. Dies merkte man bereits vor einigen Wochen, als trotz der immer stärker zunehmenden Ebola-Verbreitung Qualifikations- und Freundschaftsspiele überall auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wurden. Profis aus aller Welt reisten für ein oder zwei Spiele in betroffene Regionen – immer mit der Angst im Hinterkopf, dass man sich infizieren und das Virus sich so noch schneller verbreiten könnte. Und obwohl die Landesverbände nicht immer mit dieser Entscheidung einverstanden waren, stemmte sich niemand dagegen.

Umso beachtlicher, dass sich ausgerechnet der offizielle Ausrichter des Afrika-Cups nun dagegen stemmt. Eine Verschiebung des Turniers wäre die einzig richtige Maßnahme. Stattdessen wird Marokko gesperrt und es stehen schon viele andere afrikanische Länder Schlange um die Ausrichtung des Kontinental-Turniers. Nachdem die FIFA bereits durch die äußerst fragwürdige Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an Katar deutlich an Ansehen verlor, beschmutzt die afrikanische Regionalkonföderation CAF das Image des weltweiten Fußballverbands jetzt noch weiter und bestraft ein Land, welches endlich einmal nicht das Geld sondern die Spieler, Trainer, Verantwortlichen und allen voran den Menschen selbst als wichtiger ansieht. Eine für mich vor einigen Jahren noch unvorstellbare Geschichte, die nun wahr wird. Die FIFA ist außer Kontrolle und niemand unternimmt etwas dagegen. Ich wünschte mir, dass sich mächtige europäische Verbände wie England, Deutschland oder Frankreich Marokko als Vorbild nehmen und sich nicht alles von oben diktieren lassen. Warum nicht einfach eine WM in Katar boykottieren? Wenn ein Land anfängt, werden weitere nachziehen. Die FIFA muss sich dem beugen, da eine WM ohne die großen Nationen keinen Sinn macht.

Aus aktuellem Anlass wäre mir allerdings wichtiger, dass es weitere afrikanische Verbände gibt, die dem königlich-marokkanischen Fußballverband zur Seite springen. Denn die Austragung des Afrika-Cups zum aktuellen Zeitpunkt halte ich für noch sinnloser.

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