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Kann Real Madrid mit diesem Kader Titel sammeln?

James Rodriguez, Bildquelle: pixabay

Der spanische Rekordmeister Real Madrid war auch in diesem Sommer wieder auf dem Transfermarkt aktiv. Mit WM-Shootingstar James Rodríguez, der für 80 Millionen Euro von der AS Monaco kam, und Weltmeister Toni Kroos, der für 30 Millionen Euro vom deutschen Rekordmeister Bayern München in die Primera Division wechselte, holte man zwei überragende Offensivspieler.

Obwohl Toni Kroos im Vergleich zu James sogar ein echtes Schnäppchen war, dürfte sich diese Verpflichtung deutlich mehr bezahlt machen. Kroos hat trotz seines jungen Alters schon beinahe alles gewonnen, was man als Profi-Fußballer gewinnen kann. Seine Erfahrung und sein Selbstbewusstsein werden Real Madrid auf dieser Position mit Sicherheit weiter bringen. James, der bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Brasilien einer der auffälligsten Spieler war, ist mit seinen 23 Jahren noch nicht so weit. Aber auch er kann in Madrid zu einem Weltstar aufsteigen.

Der spanische Hauptstadt-Club verfügt also über eine überragende Offensive, bei der wirklich jede Position mit Weltklasse-Spielern besetzt ist. Nun möchte man im Gegensatz zur letzten Saison aber wieder über mehr Ballbesitz zum Erfolg kommen. Eine Systemumstellung, die nicht zuletzt durch die ballsicheren Neuzugänge kein Problem sein dürfte. Meiner Meinung nach ist das aber ein Fehler. 2013 gab es ebenfalls eine Mannschaft, die alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt – der FC Bayern München. Diese Erfolge erreichte man nicht durch Ballbesitz-Fußball, sondern indem man defensiv sicher stand und ein überragendes Umschaltspiel auf den Platz zauberte. Mit der Verpflichtung von Pep Guardiola stelle man dann um auf Ballbesitz-Fußball, der einerseits für die Zuschauer oftmals langweilig ist und andererseits auf taktisch höchstem Niveau nicht gegen eine starke Defensive ankommen kann. Somit blieb zumindest der erhoffte Erfolg in der Champions League aus und auch das Finale im DFB-Pokal gewann man nur glücklich. Den gleichen Fehler begeht nun Real Madrid. Eine Systemumstellung Richtung Ballbesitz und teure Transfers für die Offensivabteilung. Die Defensivarbeit wird dabei aber nahezu komplett vernachlässigt. Zwar holte man mit Keylor Navas, Costa Ricas WM-Held, einen starken Ersatz für die schwächelnde Real-Ikone Iker Casillas. Der ohnehin nicht so stabilen Viererkette schenkt man aber weiterhin das Vertrauen und gibt mit großer Wahrscheinlichkeit sogar noch Sami Khedira ab, der unter den ganzen Mittelfeldspielern noch den größten Sinn für Defensivarbeit hatte.

Internationalen Gegnern wie dem FC Chelsea oder Borussia Dortmund dürfte der Ballbesitz-Spielstil entgegen kommen. Chelsea, das seit Jahren dafür bekannt ist, eine nahezu unüberwindbare Defensive zu haben, hat sich nun offensiv mit Diego Costa und Cesc Fabregàs richtig gut verstärkt und könnte dadurch sowohl national als auch international zu einem noch stärkeren Gegner für die restlichen Top-Clubs werden. Bei Dortmund muss man abwarten, wie man den Weggang des polnischen Weltklasse-Angreifers Robert Lewandowski verkraftet. Das seit Jahren in ganz Europa aufsehenerrengende Offensiv-Pressing und schnelle Umschaltspiel wird Teams mit viel Ballbesitz aber hoffentlich weiterhin Probleme bereiten. Zu guter Letzt darf man auch den größten Konkurrenten im spanischen Fußball nicht außer Acht lassen. Nach weniger erfolgreichen Jahren fand beim FC Barcelona ein Umbruch statt. Sowohl die Trainerbank als auch viele Säulen aus dem Mannschaftskader wurden ersetzt. Wenn es Neu-Trainer Luis Enrique gelingen sollte, die ersten Wochen ohne große Punktverluste zu überstehen, kann er auf zwei weitere Weltstars zurückgreifen. Der nach seiner WM-Verletzung noch nicht auf Topniveau angelangte Neymar und der noch gesperrte Luis Suárez werden das Team noch einmal verstärken können. Barca wird spätestens dann wieder zu einem ernsthaften Konkurrenten in allen Wettbewerben für den spanischen Rekordmeister werden.

Alles in allem denke ich, dass Real Madrid mit der Systemumstellung auf Ballbesitz-Fußball nicht so erfolgreich sein wird wie in der letzten Saison. Sicherlich wird es Spiele geben, in denen sie ihre Gegner an die Wand spielen und hoch gewinnen. In den entscheidenden Spielen – egal ob national oder international – erwarte ich allerdings, dass Real sich nicht durchsetzen kann und somit maximal die spanische Meisterschaft für sich entscheiden kann.

Seid ihr der gleichen Meinung oder denkt ihr Real Madrid steht erneut vor einer überaus erfolgreichen Saison?

1 Kommentar

  1. Vjeko sagt:

    Den ersten Titel hat man ja schon verpasst…

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