Internationale Nachrichten

Ist Bayern München stark genug für den Titel in der Champions League?

Nachdem ich in den Jahren zuvor immer erst hinterher meinen Senf zum Ausscheiden des FC Bayern aus der Champions League gegeben habe, möchte ich dieses Jahr bereits im Vorhinein meine Bedenken äußern. Zunächst möchte ich dem deutschen Rekordmeister zum insgesamt verdienten Einzug ins Halbfinale gratulieren. Die Bayern haben sich nach Hin- und Rückspiel insgesamt mit 3:2 gegen den portugiesischen Vertreter Benfica Lissabon durchgesetzt. Morgen gegen Mittag folgt dann die Auslosung der beiden Champions League Halbfinals.

Alle Jahre wieder?

Es scheint ein generelles Problem von Pep Guardiola und seinem Trainerteam zu sein, dass der FC Bayern in all seinen Jahren unter dem Spanier jeweils überragende Hinrunden und für seine Verhältnisse schwache bis durchschnittliche Rückrunden spielt. Über die Gründe dafür kann man nur spekulieren und auf diese möchte ich in dem Artikel auch gar nicht eingehen. Fakt ist aber, dass mich die Bayern auch in dieser Rückrunde noch in keinem Spiel so überzeugt haben, wie ihnen das in der Hinrunde gelang. Für die Bundesliga reicht das. Zwar rangiert der FCB in der Rückrunden-Tabelle hinter Borussia Dortmund. Dabei muss man aber in Betracht ziehen, dass der BVB eine überragende Saison spielt. Die allesamt mäßigen Auftritte der Bayern reichen aus Sicht der Liga wahrscheinlich leider aus, um die vierte Meisterschaft in Folge zu holen. Etwas anders sieht es da in der Champions League aus. Um ein Haar wäre man im Achtelfinale am italienischen Rekordmeister Juventus Turin gescheitert. Und auch das Viertelfinale gegen Lissabon konnte man nur überstehen, weil der Gegner sicherlich nicht zu den stärksten Teams in Europa zählt. Und so ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Halbfinale genau wie in den letzten beiden Jahren gleichzeitig die Endstation für die Bayern ist.

Madrid oder Manchester?

Das Weiterkommen hängt aus meiner Sicht vor allem vom Gegner ab, der den Bayern morgen zugelost wird. Wird es einer der beiden Vereine aus Madrid, so sehe ich wenig Chancen auf eine deutsche Beteiligung im Champions League Finale. Lediglich gegen Manchester City traue ich den Bayern das Weiterkommen zu. Nicht weil die Bayern den besseren Fußball spielen. Sondern weil City in den letzten Jahren selten gute Erfahrungen gegen deutsche Teams gemacht hat. Zudem steht der Verein das erste Mal im Halbfinale. Ihm fehlt möglicherweise einfach die Erfahrung, um auch noch den letzten Schritt ins Finale zu schaffen. Was fehlende Erfahrung ausmacht, hat man am Auftritt des VfL Wolfsburg in Madrid gesehen. Da sind einige an ihren Nerven gescheitert. Genau diese Erfahrung sehe ich in den Reihen der beiden spanischen Clubs und beim FCB. Insofern wäre Manchester City zwar kein einfaches Los, verglichen mit den anderen Möglichkeiten aber doch das Wunschlos für die Bayern.

Reicht es für das Finale?

Die letzten Aufstellungen von Guardiola sprechen eigentlich dagegen. Der begeisternde Offensivfußball, der die Münchner in der Hinrunde noch auszeichnete, ist dahin. Seitdem Ribéry auf der linken und Robben oder Costa auf der rechten Außenbahn spielen, werden Lewandowski und Müller mit deutlich weniger Flanken gefüttert. Die beiden zentralen Angreifer sind dadurch relativ einfach aus dem Spiel zu nehmen. Gleichzeitig sind die Außenpositionen für die Gegenspieler wieder sehr leicht ausrechenbar. Robben und Costa ziehen in 99% der Fälle in die Mitte, um dort mit ihrem starken Fuß abzuschließen. Ribéry tendiert ebenfalls in diese Richtung. Selbstverständlich können diese Spieler ein Spiel genau mit diesen Aktionen allein entscheiden. Der FC Bayern ist dadurch aber sehr abhängig von der Tagesform dieser Spieler und dazu eben leicht auszurechnen. In der Hinrunde spielte Douglas Costa links außen und gehört dort zu den besten Spielern der Liga. Es verging kein Spiel, in dem er nicht entweder ein Tor vorbereitete oder eines selbst erzielte. Davon profitierten selbstverständlich auch Müller und Lewandowski. Mittlerweile ist klar, dass Kingsley Coman auf der rechten Seite eine ähnliche Rakete ist. Das Problem ist nur, dass Guardiola diese mit Abstand beste Bayern-Kombination auf den Außenbahnen nicht bringen möchte. Franck Ribéry ist auf der linken Seite gesetzt. Costa muss dadurch in die Mitte oder auf den rechten Flügel ausweichen und wird seiner eigentlichen Stärke beraubt. Ich lege mich also fest: Wenn Guardiola in dieser Hinsicht seine Meinung nicht ändert, wird der FC Bayern spielerisch nicht mehr so überzeugen können, wie das noch in der Hinrunde der Fall war. Dann ist ein Ausscheiden im Halbfinale wie in den letzten Jahren erneut wahrscheinlich.

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