Magazin

Financial Fairplay – Finanzieller Ausgleich trotz Mega-Transfers?

Bildquelle: pixabay.com

10.08.2018 Noch nie gab es solch enorme Megatransfers, wie zuletzt bei Superstars wie Cristiano Ronaldo oder Neymar. In diesem Zusammenhang geisterten auch immer wieder Gerüchte um Verstöße gegen das Financial Fairplay der UEFA umher. Auch um den AC Mailand gab es diesbezüglich viel Berichterstattung und ständig neue Erkenntnisse. Doch was genau hat es denn nun damit auf sich und wie können die Clubs mit den Megatransfers die Richtlinien dennoch erfüllen? Dies haben wir etwas näher unter die Lupe genommen und versucht, für euch etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Was ist Financial Fairplay genau?

Laut Goal.com hat die UEFA das Financial Fairplay eingeführt, um den Clubfußball in Europa finanziell gesünder zu machen. Bereits 2010 rief Michael Platini dieses neue System ins Leben. Das FFP sollte dazu dienen, die Klubs zu einem Ausgleich zwischen Transferausgaben und -einnahmen zu zwingen. Dies sollte auf lange Sicht das Bankrottrisiko und die hohen Schulden großer Clubs reduzieren.

Innerhalb von drei Jahren sollen Clubs ein finanzielles Gleichgewicht aufweisen, wobei sie bis zu 5 Millionen mehr Ausgaben als Einnahmen haben dürfen. Außerdem dürfen die Spielergehälter eines Vereins maximal 70 % der Gesamteinnahmen ausmachen.

Machen astronomische Transfers Sinn?

Mega-Transfers wie der 222-Millionen-Euro-Wechsel von Neymar zu PSG können sowohl sportlich als auch wirtschaftlich durchaus Sinn machen. Am Beispiel der Absatzzahlen des mit Weltstars wie Neymar entwickelten Fußballschuhs Nike Hypernom – wir berichteten – oder auch der enorm gestiegenen Absatzzahlen von Dauerkarten und Trikotverkäufen nach dem Wechsel von Ronaldo zu Juventus Turin sieht man, welch großes Einnahmepotenzial hinter den Fußball-Topstars steckt.

Natürlich erhoffen sich die Vereine auch sportlich größere Erfolge durch die Verpflichtung der Stars, was wiederum zu höheren Sponsoren- und TV-Einnahmen führt. Allerdings ist, wie ran.de berichtete, durchaus fraglich, wie Juventus Turin die enormen Transferausgaben von mehr als 200 Millionen Euro stemmen will. Denn neben Ronaldo wurden auch der Bayern-Star Costa sowie João Cancelo für jeweils 40 Millionen Euro verpflichtet. Um diese enormen Ausgaben zuzüglich Vergütungen und hoher Gehälter ausgleichen zu können, müssen also zwangsläufig hochkarätige Stars wie Paulo Dybala (24), Federico Bernardeschi (24) oder Leistungsträger wie Gonzalo Higuain den Verein verlassen. Dies kann aus sportlicher Sicht zum Desaster werden. Dennoch: Die Experten und große Wettanbieter wie Fußballwetten auf Betway sind sich einig, dass Juventus Turin durch die Verpflichtungen das größte Potential zum italienischen Meistertitel hat. Bei Betway wird die alte Dame beispielsweise mit einer Quote von 1,4 auf die Meisterschaft 18/19 gehandelt (Stand 21. Juli 2018). Erfolge sind auch zwingend notwendig, um die Einnahmen zusätzlich zu erhöhen.

FFP-Vorgaben trotzdem erfüllen

Am Beispiel von PSG zeigt sich, dass trotz des Neymar-Deals (222 Millionen Ablöse bedeuten jährlich neben den 60 Millionen Bruttogehalt zusätzlich 44 Millionen Transfer-Amortisation) eine ausgeglichene Bilanz möglich ist. Denn trotz der jährlichen Zusatzkosten von mehr als 100 Millionen Euro können durch steigende Merchandising-Einnahmen die Gehaltskosten auf unter 65 % der Einnahmen gehalten werden. Zusätzlich hat PSG immer noch die Möglichkeit, einen hochkarätigen Spieler zu verkaufen.

Allerdings überprüfte die UEFA laut Sport1.de das Einhalten der Richtlinien seitens des PSG erneut, denn auch der Superstar Mbappe wechselte im Sommer 2018 für die stolze Ablösesumme von 180 Millionen Euro zum von Katar finanzierten Club aus Paris.

Auch gegen den AC Mailand wurden zunächst seitens der UEFA Sanktionen erlassen. Der Verein sollte von der UEFA Europaleague ausgeschlossen wurde. Dieses Urteil ist aber nun doch aufgehoben, wie die FAZ am 20. Juli berichtete. Denn vor dem Internationalen Sportgerichtshof hatte der Einspruch von Mailand Erfolg. Der AC Mailand hatte vor einem Jahr 200 Millionen Euro für Spieler ausgegeben und gegen das UEFA-Reglement verstoßen. Dieser Umstand wurde zwar vom Gericht nicht angezweifelt, allerdings wurde die einjährige Internationale Sperre als unverhältnismäßig angesehen.

Strafen durchsetzen

Bildquelle: pixabay.com

Bildquelle: pixabay.com

Das Financial Fairplay Reglement der UEFA hat neben dem Ausschluss von internationalen Wettbewerben aber auch andere Sanktionsmöglichkeiten wie beispielsweise dem Zwangsverkauf anderer hochkarätiger Spieler in Petto. In wieweit solche Strafe. Spiegel berichtete erst im Mai 2018, dass die UEFA die Financial-Fairplay-Richtlinien verschärfen und die Clubs zu detaillierter Offenlegung zwingen will. Dies soll die Transparenz erhöhen. Inwiefern sich harte Strafen am Ende im Sportgerichtshof werden halten können, bleibt aber nach dem jüngsten Urteil äußerst fraglich.

Die Profiteure

Bildquelle: pixabay.com

Bildquelle: pixabay.com

Letztendlich werden wir uns im Fußball an solche Megadeals gewöhnen müssen. Denn neben den Spielern selbst gibt es zu viele Profiteure hinter den Deals. So zeigt das Beispiel Ronaldo deutlich, dass nicht nur Real Madrid von den enormen Einnahmen für einen Spieler, der in die letzten Jahren seiner Karriere eintritt, profitiert, sondern auch Juventus Turin profitierte unmittelbar vom Wechsel. So berichtete Sportbild, dass die 29.300 Juve-Dauerkarten bereits innerhalb von zwei Wochen ausverkauft waren, obwohl der Preis um 30 % im Vergleich zum Vorjahr angehoben wurde. Ähnlich verhält es sich auch bei den Merchandising-Produkten, denn alleine rund 400.000 Ronaldo-Trikots mit der Nummer 7 wurden laut Berichten der Corriere dello Sport bereits abgesetzt. Prognostiziert sind bis zu 3 Millionen Trikotverkäufe in diesem Jahr. Alleine dies sorgt für kräftige Mehreinnahmen. Als Profiteure dürfen aber auch die Spieler selbst, die in der Regel ihr Gehalt deutlich aufstocken können, als auch die Spielerberater und Manager nicht vergessen werden.

Versteckte Profiteure

Bildquelle: pixabay.com

Bildquelle: pixabay.com

Auch die Sportartikelhersteller profitieren von den Superstars. Man denke nur an den von Nike ausgestellten Finalschuh von Mario Götze nach der Weltmeisterschaft 2014. Welcher Superstar welchen Schuh trägt, kann einen Umsatzschub bescheren, der durch den Hype und die Millionentransfers nochmals befeuert wird. Letztendlich profitieren auch die nationalen Ligen selbst von den Transfers. Denn durch Wechsel wie den von Ronaldo zu Juve gewinnt die italienische Liga international deutlich an Attraktivität und Bedeutung. Dies führt beispielsweise zu deutlich höheren Einnahmen durch TV-Rechte und macht die Ligen international bekannter.

Übrigens: Aktuelle Entwicklungen um neue Sportswear präsentieren wir euch in unserer entsprechenden Rubrik. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, ist hier also bestens aufgehoben.

Deine Meinung zum Thema

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Über uns

Die Redaktion des Fussball-Bloggers wendet sich bereits seit 2007 mit ihren Artikeln an Fussball-interessierte Leser und deckt dabei alle Bereiche des Fußballs ab. Dazu zählen u.a. der internationale, der nationale und der regionale Fußball, sowohl bei Männern als auch bei Frauen und auch der virtuelle Fußball wird behandelt. Neben interessanten Geschichten rund um die eigentliche Sportart informiert Der Fußball-Blogger außerdem über neue Produkte und Trends im Fußball wie beispielsweise Fußball-Schuhe, Trikots oder Bälle.