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WM 2014 in Brasilien – Felix Magath setzt Joachim Löw unter Druck

In der Tucher Sport-Arena sprach Felix Magath unter anderem auch über das aus deutscher Fan-Sicht brisante Thema Abscheniden bei der WM 2014 zeigte mir durch seine Aussagen, dass wir absolut der gleichen Meinung sind.

Zum Einen kommt es ihm vor, als ob bereits im Vorfeld der WM mögliche Ausreden für den Fall konstruiert werden, dass wir vorzeitig ausscheiden. Damit spielt er hauptsächlich auf die klimatischen Bedingungen in Brasilien an. Sowohl aus seiner als auch aus meiner Sicht ist das Herumreiten auf diesem Thema nicht akzeptabel. Jede Mannschaft hat mindestens einen Monat Vorbereitungszeit auf dem südamerikanischen Kontinent und kann sich in dieser Zeit den klimatischen Bedingungen ausreichend gut anpassen. Außerdem sollte man sich überlegen, wer die Konkurrenten im Kampf um den WM-Titel sind, die von diesen Bedingungen angeblich profitieren können. Wirkliche Chancen auf den Titel rechne ich da lediglich den beiden Großen aus Südamerika zu. Aber selbst die Spieler von Brasilien und Argentinien spielen hauptsächlich in Europa und müssen sich somit genauso an diese Bedingungen gewöhnen.

Zum Anderen kritisiert Magath Löw hinsichtlich der Nicht-Nominierung von Leverkusens Stefan Kießling: „Es ist für mich völlig unverständlich, warum Löw einen Stefan Kießling nicht nominiert. Bei mir wäre er gesetzt! Ich mag so einen Spielertypen, aber Löw hat eben eine andere Art Fußball zu spielen„. Wenn ich mir unsere deutschen Stürmer anschaue, gibt es für mich in Sachen Kießling überhaupt keine Diskussion. Miro Klose ist mittlerweise in einem Alter, in dem er seine früherenTopleistungen körperlich bedingt einfach nicht mehr abrufen kann. Zudem ist er verletzungsanfällig. Mario Gomez fehlt mit einer weniger schlimmen Verletzung nun bereits seit vier Monaten aus. Auch hier ist unklar, ob und wann der Stürmer vom AC Florenz wieder fit ist. Dazu kommt, dass sich beide Stürmer schon seit längerem nicht mehr auf aller höchstem Niveau mit ihren Gegnern messen konnten und das vor der WM auch nicht mehr tun können, da ihre Vereine nicht in der Champions League vertreten sind und die italienische Liga nicht mehr die Klasse von früher hat. Also selbst wenn man der Meinung ist, dass diese beiden stärker sind als ein Stefan Kießling. Dann muss man aufgrund der erwähnten Gründe Kießling in der Hinterhand haben. Dieser ist die Spielchen von Löw allerdings vollkommen zu Recht leid. Ich schätze ihn zwar so ein, dass er uns im Notfall trotz der Vorgeschichte helfen würde. Aber wenn er aus Prinzip Nein sagen würde, dürfen wir uns bei Löw bedanken.

Ich finde es sehr gut, dass mit Felix Magath ein sehr erfahrener Spieler und Trainer endlich einmal ein wenig Druck aufbaut. Löw konnte mit der Nationalmannschaft jetzt lange genug in Ruhe arbeiten. Es ist im Prinzip beschlossen, dass sich der DFB und Joachim Löw nach der kommenden WM trennen werden. Also ist es der richtige Zeitpunkt, um endlich mal die Erwartungen auszusprechen, die wir an unsere Nationalmannschaft haben. Damit meine ich keinesfalls, dass es ein Muss sein sollte, den WM-Titel mit nach Hause zu bringen. Dazu gehört immer auch Glück und Pech. Aber in jedem der letzten großen Turniere gab es einen Zeitpunkt, an dem wir nicht unsere beste Leistung abgerufen haben. Angefangen 2006, als wir eine überragende WM im eigenen Land spielten, aber im Halbfinale die Hosen voll hatten und gegen ein bis zu diesem Spiel äußerst schwaches Italien ausschieden. Gefolgt von den beiden Niederlagen im EM-Finale 2008 und WM-Halbfinale 2010 gegen den späteren Titelträger Spanien. Auch in diesen Turnieren zeigten wir gegen andere gute Mannschaften unser Potential auf und konnten es im wichtigen Moment nicht abrufen. Das letzte Beispiel dafür ist das Ausscheiden aus gleichem Grund bei der EM 2012 wiederum gegen Italien. In keinem dieser Fälle lag es an fehlendem Glück oder zu viel Pech. Wenn eine eigentlich gute Mannschaft in wichtigen Momenten seine Leistung nicht abrufen kann, dann ist es entweder keine gute Mannschaft oder sie wurde vom Trainer schlecht auf diesen jeweiligen Moment vorbereitet.

Ich hoffe, dass dieses Jahr mehr drin ist. Seit 2002 ging ich in jedes Turnier mit dem Glauben an den Titel. 2014 ist ist das leider nicht der Fall. Ich würde mich natürlich trotzdem unendlich freuen, wenn ich in dieser Hinsicht falsch läge und wünsche vor allem unseren langjährigen Nationalspielern wie Schweinsteiger, Podolski, Mertesacker oder Lahm, dass sie sich den langersehnten WM-Traum doch noch erfüllen können.

Bildquelle: Eurosport.com

Über den Autor

Christian Schätzle
Christian Schätzle

Christian Schätzle gründete den deutschen Fussball Blog "Der Fussball-Blogger" im Jahr 2007 und ist bis heute als Redakteur an Bord. Seit seinem fünften Lebensjahr steht der Fussball für den hauptberuflichen Webentwickler fast immer an erster Stelle in seinem Leben. Diese Leidenschaft versucht er auch in seinen Artikeln zu transportieren. 2013 ließ er sich von der Leidenschaft der Fans von Borussia Dortmund infizieren und unterstützt den Verein seitdem in guten wie in schlechten Zeiten. Schätzle selbst spielte bereits bei drei verschiedenen Fussball-Vereinen im Herrenbereich und war zudem zwei Jahre als Spielertrainer tätig. Zusätzlich zum aktiven Spielgeschehen unterstützt er ehrenamtlich die Vorstandsarbeit des FC Hirschhorn.

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1 Kommentar

  1. Torben sagt:

    Magath soll die Füße still halten und Löw mal machen lassen. Ich denke keiner kennt das Team besser als Löw selbst, wobei ich auch hoffe dass er bei seinem Stil bleibt und im Turnier nicht von einem Spiel auf das andere ein anderes System spielen lässt, wie er es in der Vergangenheit öfter mal getan hat. Er muss ein System finden was funktioniert und das perfektionieren…

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