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Es zählt nur der WM-Titel

Wofür steht Joachim Löw eigentlich? Für attraktiven Fußball. Für ein schickes Outfit und taillierte Hemden. Für die immer gleiche Frisur bei jedem Wind und Wetter. Für seine charmante Art im Gespräch. Als Werbefigur für eine Gesichtscreme – und für eine titellose Nationalmannschaft.

Seit acht Jahren, als Joachim Löw am 12. Juli 2006 nach WM und Sommermärchen vom Assistenten zum Nachfolger von Jürgen Klinsmann befördert wurde, ist er Bundestrainer. Bei der EM 2008 wurde er Vize-Europameister und bei der WM 2010 Dritter, bei der EM 2012 scheiterte er mit seiner Mannschaft im Halbfinale an Italien.

In Brasilien nun folgt der vierte Versuch. Und Löw steht als ranghöchster Fuballlehrer Deutschlands am Scheideweg. Die Fans erwarten „mit dem besten Kader aller Zeiten“, wie es Löws prominente Vorgänger Berti Vogts und Rudi Völler konstatierten, den Titel. Gelingt dem Freiburger der Triumph, reiht er sich ein in die Riege der Erfolgstrainer Sepp Herberger (WM-Titel 1954), Helmut Schön (1974) und Franz Beckenbauer (1990). Scheitert Deutschland erneut vorzeitig, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Nationalelf nach der WM von einem neuen Bundestrainer betreut wird. Auch wenn Löw seinen Vertrag im Oktober des vergangenen Jahres vorzeitig bis 2016 verlängerte.

Löw ist sich der Situation bewusst, dass er in Brasilien zum Erfolg verdammt ist. Nur der WM-Titel zählt. Deutschland, das letztmals unter Berti Vogts 1996 bei der EM in England einen Titel gewann, lechzt nach einem Pokal. Löw will alles für diesen einen Sieg am 13. Juli im Maracana tun. Er ist ein Fußball-Romantiker der Neuzeit. Er liebt das gepflegte Kombinationsspiel, er wehrt sich gegen Defensiv-Fußball. Grätschen ist grundsätzlich verboten. Nur in Ausnahme-Situationen darf sein kickendes Personal auf dieses Mittel zurückgreifen.

Aber Löw weiß auch, dass die Schönheit des Fußballs nicht alles ist. Er darf nicht noch einmal so einen Fehler begehen wie vor zwei Jahren bei der EM. Vor dem Halbfinale wählte er die falsche Taktik, passte das System den Italienern und dessen Spielgestalter Andrea Pirlo an, baute seine Mannschaft um und wurde mit dem 1:2 bitter bestraft. Diese Niederlage hinterließ ihre Spuren.

Löw hat seitdem vieles verändert und den Druck auf seine Stars erhöht. Er weiß, dass es bei dem Turnier der Strapazen, der weiten Reisen und für Europäer schwierigen klimatischen Umstände auf die Fitness eines jeden Einzelnen ankommt.

Joachim Löw möchte als Trainer in die Fußball-Geschichte eingehen, über den man einmal sagt: Er steht für attraktiven Fußball und Titel. Ob ihm dies gelingt? Man darf gespannt sein… Tipps und Infos zu allen WM-Spielen der deutschen Nationalmannschaft findet ihr auf www.fussi24.info.

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