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Sportberichterstattung im Amateursport am Beispiel Fußball

Gastartikel

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF haben laut Staatsvertrag den Auftrag, unter anderem über Sport zu berichten. Beide senden bundesweit, während die Landesfernsehanstalten der ARD, wie der Name sagt, länderweit, also eher regional berichten. Die Ausgabenfinanzierung erfolgt durch die Rundfunkgebühren, die jeder Haushalt gesetzlich zahlt. Aus dieser Einnahmesituation heraus resultiert auch die Pflicht zur Berichterstattung über den Sport, beispielsweise über Fußball. Sowohl auf nationaler Ebene als auch länderweit werden viele Sportarten professionell, oder amateurhaft auf einem sehr hohen Leistungsstandard ausgeübt. Die Sportler, obwohl sie Amateure sind, gehören den Bundes- und den Landeskadern an, sie werden zu Olympischen Spielen, zu Welt- oder zu Europameisterschaften nominiert. Daraus ergibt sich nahezu automatisch auch die Art und Qualität der  Berichterstattung. Im deutschen Fußball, organisiert vom DFB, spielen in den obersten zwei, drei Spielklassen nur Vollprofis. Bundesweit und regional wird von der einteiligen ersten, zweiten und dritten Bundesliga berichtet, während regional in den Ländern über die buchstäbliche Regionalliga informiert wird. Das ist alles in sich recht stimmig.

Eine Berichterstattung über Fußball in den unteren und untersten Spielklassen erfolgt in den regionalen und lokalen Printmedien. Auf diesem Sektor gibt es kaum elektronischen Medien. Die privaten Fernsehanstalten, die sich ausschließlich aus Werbeeinnahmen finanzieren müssen, orientieren sich mit ihrem Angebot an der Nachfrage. Der Fernsehzuschauer ist aber auch hier eher an Fußball der höchsten Spielklassen interessiert. Bundesweit gibt es einzelne private Fernsehsender als eine Art Spartensender. Sie berichten, minutenweise oder anlassbezogen, über lokale Sportereignisse. Ihr Sendegebiet ist sehr begrenzt, ebenso wie ihre Einschaltquoten.

Der Amateursport ist keineswegs uninteressant, wenn er sich selbst richtig einordnet. In den untersten Spielklassen ist auch der Fußball eher Breitensport als Wettkampfsport, wenngleich an jedem Wochenende Punktspiele stattfinden. Die Vielzahl der nach untenhin gestaffelten Spielklassen ermöglicht eine Berichterstattung vor Ort, wo sie wöchentlich als Vorschau und Berichterstattung in mehreren Ausgaben der Tageszeitungen auch stattfindet. Eine ausführliche Berichterstattung über Amateur-, Breiten- und Freizeitsport richtet sich in erster Linie an Gleichgesinnte. Es liegt weniger am Amateursport als daran, wie telegen die jeweilige Sportart ist, wie gefragt sie beim Zuschauer ist, und wie hoch der präsentierte Leistungsstandard ist.

Auch von einem aus dem Sport selbstfinanzierten bundesweiten Sportkanal, der von Zeit zu Zeit ins Gespräch gebracht wird, könnte keine gravierende Änderung erwartet werden. Es würde täglich 24h neben Fußball sicherlich viel anderer  Sport gezeigt werden, aber immer noch im Profi- sowie obersten Amateurbereich. Denn für eine Produktion von TV-Aufnahmen in den unteren und untersten Spielklassen würden auch dann mit einiger Wahrscheinlichkeit keine ausreichenden Gelder zur Verfügung stehen.

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