Internationale Nachrichten

Die Machenschaften des Fußball-Weltverbands FIFA

Die Kontinentalverbände der FIFA von DasSchORscH unter CC BY-SA 3.0

Was in den letzten Jahren bei der FIFA so passiert, kann man eigentlich gar nicht glauben. In beinahe regelmäßigen Abständen werden Entscheidungen getroffen, die eigentlich – zumindest in Europa – niemand nachvollziehen kann. Höhepunkt waren die Vergaben der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und vor allem 2022 an Katar. Ausschüsse, die aufgrund von Ungereimtheiten ins Leben gerufen wurden, um Unregelmäßigkeiten beiseite zu schaffen, kommen zu wahnwitzigen Ergebnissen. Und zu guter Letzt scheint auch bei der Wahl um das Amt des FIFA-Präsidenten nicht alles mit rechten Mitteln zuzugehen.

So richtig aufgeregt über die FIFA habe ich mich zum ersten mal bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. Seitdem ich denken kann fanden Weltmeisterschaften in Ländern statt, bei denen der Fußball in der Geschichte des Landes eine große Rolle spielte (England, Brasilien, Deutschland) und die Zuschauer sich darauf freuten wie auf kein anderes Event in der Größenordnung. Dann gab es noch Länder, in denen man den Fußball populärer machen wollte. Unter dem Aspekt darf man sicher die WM 1994 in den USA und die WM 2002 in Japan und Südkorea einordnen. Südafrika war dann schon das erste Land, welches aus meiner Sicht nicht unbedingt eine WM gebraucht hätte. Da Südafrika aber durchaus ein vielseitiges und äußerst interessantes Land ist, und es in der Tat einmal Zeit für eine WM in Afrika war, kam das Turnier im Nachhinein gesehen sogar weltweit gut an.

Natürlich war der absolute Höhepunkt für mich die WM 2006 im eigenen Lande. Und selbstverständlich ist mir auch bewusst, dass man nicht jede in Europa stattfindende Weltmeisterschaft in Deutschland veranstalten kann. Aber warum nicht auf Länder beschränken, die mit ihrer nationalen Liga zu den europäischen Topligen zählen? Eine WM in Russland ist für Westeuropäer beinahe genauso uninteressant wie die WM vier Jahre später in Katar. Nicht nur dass man bei der Vergabe dieser Weltmeisterschaften auf ewig an das Thema Korruption denken muss. Auch was in beiden Ländern in Sachen Politik und Menschenwürde abgeht, ist nicht akzeptabel. Die Grundvoraussetzungen für ein internationales Event sind dort einfach nicht gegeben. Warum diesen beiden Ländern die WM zugesprochen wurde, dürfte jedem klar sein, der bis zwei zählen kann: Wer das meiste Geld hat, gewinnt.

Und genauso muss es auch innerhalb des Fußball-Weltverbands laufen. Entscheidungen basieren nicht auf einer demokratischen Basis, sondern von außen sieht es so aus, als ob wichtige Entscheidungen von einigen wenigen Personen an der Verbandsspitze getroffen werden, allen voran FIFA-Präsident Sepp Blatter. Wer Entscheidungen nicht mitträgt, wird aus dem Weg geräumt. Bestes Beispiel: Franz Beckenbauer. Dieser hatte in der jüngeren Vergangenheit einige Entscheidungen der FIFA kritisiert. Prompt versuchte man ihn im Zuge des Korruptionsskandals auf das Abstellgleis zu stellen. Und auch das Amt des Präsidenten selbst bringt erneut eine Ungereimtheit mit sich. So hatte Blatter bei der letzten Wahl noch versichert, dass es seine letzte Periode sein würde und bat deswegen um Unterstützung vor allem von europäischer Seite. Plötzlich spricht Blatter nun von einer weiteren Amtszeit, was vor allem in Europa überhaupt nicht gut ankommt. Und in der Tat haben die Entscheidungen der letzten Jahre eines gezeigt: Die FIFA benötigt einen politischen und personellen Wandel. Eine Nichtwahl von Blatter ist jedoch so gut wie ausgeschlossen. Denn selbst wenn alle europäischen FIFA-Mitglieder gegen Blatter stimmen, würde er im Rest der Welt noch genügend Stimmen sammeln, um im Amt bleiben zu können.

Es passt also so einiges nicht im Weltverband. Und leider ist auch keinerlei Besserung in Sicht.
Sehe ich das zu kritisch oder stimmt ihr mir zu? Ich freue mich über Meinungen.

1 Kommentar

  1. Didi sagt:

    Habe gestern nach dem atemberaubenden Relegationsspiel des HSV erstmals die ARD Talkshow „Hart aber Fair“ gesehen, was hier um den heißen Brei geredet wurde war schon beeindruckend, Thema war der Fifa Skandal. Es ist doch offensichtlich das die WM 2018 an Russland verkauft wurde und wer hier noch Zweifel hat, müsste spätestens bei der Vergabe 2022 an Katar ein Lichtchen aufgehen. Katar hatte die „schwächste“ Präsentation bei der Wahl für die WM Vergabe 2022, aber trotzdem gewonnen und das ist doch letzten Endes alles was zählt. LOL
    Also warum die großen und langen Diskussionen?! Eine neue Abstimmung muss her!!!

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