Virtueller Fußball

Deutsche Fußballteams mischen bei den E-Sport-Ligen kräftig mit

Handelt es sich um eine Sportart oder nicht? Quelle: Pixabay.de

02.11.2021 Die Diskussion ist schon fast so alt, wie der E-Sport selbst. Handelt es sich bei der elektronischen Variante des Fußballs nun um einen Sport oder nicht? Die Fans kümmert das wenig, sie strömen weiterhin digital in Massen zu den Events. Schließlich haben sich längst zahlreiche Größen des internationalen Fußballs in den Ligen etabliert und zeigen ihr Können nicht nur im Stadion, sondern auch auf den Bildschirmen. Die deutschen Spitzenvereine stehen dem in keiner Weise nach, sondern haben ebenfalls die digitalen Ligen erobert.

  • Heftige Diskussionen zwischen Verbänden und Fans
  • Die Wirtschaft steigt mit ein
  • Schalke 04 und der VfL Wolfsburg waren Vorreiter
  • Der FC Bayern München stürmt nach vorne

Heftige Diskussionen zwischen Verbänden und Fans

2019 nahm sogar der Deutsche Olympische Sportbund zu dem Thema Stellung. Die ablehnende Haltung sorgte damals für Empörung und das ist kein Wunder. Immerhin kratzt der Jahresumsatz von E-Sport längst an der Milliarden-Dollar-Grenze pro Jahr. Über 436 Millionen Menschen verfolgten im Vorjahr die Turniere, Experten prognostizieren einen weiteren deutlichen Anstieg beim Umsatz. In Deutschland soll dieser in vier Jahren die 160 Millionen Euro pro Jahr überschreiten.

Fast 30 Prozent der Internet-User können mit dem Begriff eSports etwas anfangen. 19 Prozent haben zumindest einmal ein Spiel gesehen. Zwölf Prozent sehen die Begegnungen zumindest einmal pro Woche. Das Preisgeld beim eSports-Turnier „The International“ betrug dieses Jahr gewaltige 41 Millionen Dollar. Die Welt des Fantasy Sports ist in den letzten Jahren geradezu explodiert. In den USA und Kanada hat sich die Zahl der Spieler zuletzt ebenfalls dramatisch erhöht. Angesichts dieser Zahlen ist es wenig verwunderlich, dass die Industrie auf diese junge Sportart aufmerksam geworden ist.

Die Wirtschaft steigt mit ein

Schließlich handelt es sich bei den Fans um ein junges Publikum. Das weckt das Interesse der Industrie, die ihr Sponsoring verstärkt in Richtung eSports lenkt. Zahlreiche Konzerne haben sich bereits in Kooperationen mit erfolgreichen Teams beteiligt und möchten von dem Imagegewinn profitieren. Einige Beispiele dafür sind Mercedes, SAP und DHL. Sie begeistern sich für die digitalen Wettkämpfe und sprechen mit ihrem Sponsoring neue Kundenschichten an.

Schalke 04 und der VfL Wolfsburg waren Vorreiter

Die Entwicklungen sind auch im deutschen Fußball nicht unbemerkt geblieben. In der Deutschen Fußball-Bundesliga waren die Vereine von Schalke 04 und VfL Wolfsburg die Vorreiter, die diese Trends rechtzeitig erkannt hatten. Sie engagierten sich nicht nur beim EA Sports Konsolen-Hit FIFA, sondern auch bei anderen elektronischen Ligen wie beispielsweise League of Legends oder der virtuellen Bundesliga. Dort treten insgesamt 26 Mannschaften in zwei Divisionen gegeneinander an. Darunter befinden sich zahlreiche prominente Namen aus der Deutschen Fußball-Bundesliga und der 2. Deutschen Liga.

Vor allem Schalke 04 konnte schon früh international erste Erfolge einfahren. Der VfB Stuttgart zog 2017 nach und auch RB Leipzig engagierte sich in der Szene. Alle Vereine setzten auf junge Spieler, die es teilweise bis an die Weltspitze schafften. Der Boom hat dazu geführt, dass zahlreiche Vereine ihre eigenen eSports-Abteilungen gegründet haben, die sich mit professionellen Spielern auf die Suche nach Ruhm und Ehren in den zahllosen Ligen dieser Welt machen. Ein Spitzenverein aus Deutschland wehrte sich jedoch lange Zeit erfolgreich gegen den Einstieg in die Welt des Fantasy Sports.

FC Bayern München stürmt nach vorne

Der prominenteste Bremser in dieser Hinsicht war der ehemalige Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß. Er sah in eSports keine Sportart und weigerte sich für seinen Verein in diese Szene einzusteigen. Doch das sollte sich nach seinem Abgang an der Spitze schnell ändern.

Schon im Jahr 2016 gab es erste Gerüchte über einen Einstieg, doch daraus wurde nichts. 2018 nahm man einen neuen Anlauf und wollte insgesamt fünf Millionen Euro investieren, doch auch dieser Versuch scheiterte. Schuld daran war Uli Hoeneß. Er sah damals keinen Sinn darin als FC Bayern München bei Ligen wie League of Legends, Dota 2 und Fortnite mit dabei zu sein. Doch die klubinternen Befürworter gaben nicht auf. Immerhin ist der FC Bayern München eine weltweit bekannte Marke. Sie sahen in einem eSports-Engagement die große Chance, die Strahlkraft der Bayern weiter zu verbessern.

Nach dem Rückzug von Uli Hoeneß als Präsident war der Weg frei. In kürzester Zeit stellte der Verein unter der Leitung von Karl-Heinz Rummenigge eine neue Abteilung auf die Beine. Der Erfolg stellte sich sofort ein. Zunächst trat man bei Pro Evolution Soccer an, bald folgte ein neuer Sponsor-Vertrag mit Konami, der dem Verein satte 15 Millionen Euro einbrachte. Der Deal ließ den Verein zum Branchenprimus in Deutschland aufsteigen. Kein anderer Verein verdiente mit seinem eSports-Engagement so viel Geld, wie der deutsche Serienmeister.

Aktuell trainiert Matthias Luttenberger das eSports-Team des Vereins. Dieses besteht aus Alejandro Alguacil Segura, Miguel Mestre Oltra und José Carlos Sánchez Guillén. Die Erfolge sprechen für sich. Bereits im Premierenjahr konnten die Bayern die Konami eFootball.Pro League auf Platz zwei beenden, lediglich der AS Monaco konnte einen einzigen Punkt mehr erringen. Den eFootball.pro Cup entschied das Team sogar für sich. Damit krönte das Trio eine herausragende Saison.


Der Übergang vom echten zum virtuellen Rasen ist geschafft. Quelle: Pixabay.de

Die Erfolge der deutschen Teams zeigen, dass sie auch in diesen Ligen eine große Zukunft vor sich haben. Längst sind die besten Fußball-Mannschaften der Welt auch in der digitalen Welt des Fußballs und darüber hinaus aktiv. Das sollte neue Fans für den deutschen Fußball begeistern und den Nachwuchs fördern. Neuerlich hat sich gezeigt, dass Professionalität für den Erfolg unausweichlich ist. Die eSports-Ligen profitieren davon ebenso, wie die Fans, die ihren Sport über alles lieben.

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