Kolumne

Bundesliga-Facts zum 20. Spieltag 2016/2017

13.02.2017 Im Gegensatz zum letzten Spieltag machte der 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga wieder durch sportliche Themen auf sich aufmerksam. Allen voran natürlich das blamable Auftreten von Borussia Dortmund. Aber auch im Kampf um Meisterschaft und Abstieg sind wir wieder einen guten Schritt weiter.

Borussia Dortmund mit Blamage in Darmstadt

Am Samstagmittag verlor der Tabellenvierte und Champions League-Achtelfinalist Borussia Dortmund beim Tabellenschlusslicht Darmstadt 98 mit 1:2. Durch diese Niederlage verpasste man auch den Sprung auf den dritten Tabellenplatz, welcher nach dem bisherigen Saisonverlauf das Ziel der Borussia sein muss. Platz drei und die damit verbundene direkte Qualifikation für die Champions League wäre nach dem großen Umbruch im letzten Sommer auch aus Fan-Sicht durchaus akzeptabel.

Dass man dieses Ziel mit Leistungen wie in Darmstadt sicher nicht erreichen wird, scheint aber noch nicht überall in Dortmund angekommen zu sein. Sicherlich gab es solche Vorfälle auch früher schon. Top-Teams fällt es grundsätzlich schwer, die nötige Einstellung auf den Platz zu bringen, nachdem einem unter der Woche alles abverlangt wurde. So auch in diesem Fall beim BVB. Nach den Highlights gegen RB Leipzig letztes Wochenende und dem Pokalerfolg nach Elfmeterschießen über die Hertha aus Berlin am Mittwoch gelang es dem Team von Thomas Tuchel in keinster Weise, eine ausreichende Einstellung auf den Rasen des Jonathan-Heimes-Stadions am Böllenfalltor zu bringen. Das eigentlich um Klassen schlechtere Darmstadt war in allen Belangen besser als der Champions League-Teilnehmer.

Bei allem Respekt vor den Hessen muss man an dieser Stelle von einer Blamage für die Borussia sprechen. Betrachtet man die Kaderbreite des BVB und Tuchels eigentliche Neigung zur Rotation, so muss man sich doch fragen, warum ausgerechnet nach einer so intensiven Woche Stars wie Aubameyang, Reus oder Weigl keine Pause bekamen. Das einzig Gute für die Borussia war, dass alle anderen direkten Konkurrenten ebenfalls ihre Spiele verloren und man so weiterhin gute Chancen auf Platz drei haben dürfte. Gelingt es Thomas Tuchel aber nicht endlich Struktur und Konstanz in sein Team zu bringen, sehe ich auch dieses Ziel in Gefahr.

Aufwärtstrend für Roger Schmidts Leverkusener?

Nicht zum ersten Mal zeigt das Team von Bayer Leverkusen in einem für Trainer Roger Schmidt inoffiziell ausgerufenen Endspiel ein ganz anderes Gesicht, als in den Wochen zuvor. Mit einem deutlichen 3:0 schickte man den Tabellendritten aus Frankfurt nach Hause. Man kann durchaus sagen, dass sich Bayer 04 alle Monate wieder in einer solchen Situation befindet. Nicht zum ersten Mal in der Ära Schmidt dümpelt das Team im Mittelfeld der Tabelle herum und läuft seinen Ansprüchen weit hinterher.

Alles andere als Platz vier wäre eine herbe Enttäuschung. Vor allem wenn man sieht, welche Mannschaften zur Zeit vor den Leverkusenern platziert sind. Abgesehen von Bayern München und Borussia Dortmund stehen auf den ersten acht Plätzen ausschließlich Mannschaften, denen Leverkusen speziell in puncto Gesamtmarktwert viele Schritte voraus ist. Leverkusen ist für mich das Arsenal London der Bundesliga. Man gibt sich seit Jahren immer wieder mit – gemessen am Kader – wenig zufrieden. Nach dem Sieg über die Eintracht steht man immerhin nur noch sechs Punkte hinter Platz sechs, welcher für die Europa League ausreichen würde. Man darf gespannt sein, ob Schmidts Team von nun an konstant seine Leistung abrufen kann. Verfällt man trotz des Sieges erneut in den lethargischen Modus der Vorwochen, dürfte Schmidts Zeit in Leverkusen endgültig vorbei sein.

Meisterschaft entschieden

Auch wenn viele davon noch immer nichts wissen möchten. Was für mich bereits seit vielen Monaten feststand, ist nach dem 20. Spieltag nicht mehr von der Hand zu weisen. Der einzige Verein, dem es gelang, die deutsche Meisterschaft vier Mal in Folge zu gewinnen, setzt in diesem Sommer noch einen oben drauf. Denn nach dem 2:0-Auswärtserfolg des FC Bayern München bei den abstiegsbedrohten Ingolstädtern beträgt der Vorsprung auf Platz zwei mittlerweile sieben Punkte. Auf den größten Konkurrenten der letzten Jahre, Borussia Dortmund, hat man sogar 15 Punkte Puffer.

Da ich Leipzig zumindest in dieser Saison den Titel noch nicht zutraue, bedeutet das die fünfte deutsche Meisterschaft in Folge für die Münchner. Solch eine langwierige Dominanz eines Vereins gab es noch nie und wird es sehr wahrscheinlich auch nie wieder geben. Und sind wir ganz ehrlich. Das Produkt „Fußball-Bundesliga“ hatte zeitweise doch sehr darunter zu leiden. Denn von Spannung war in der Liga vor allem in den Guardiola-Jahren nicht viel zu sehen. Dass es selbst in einer Saison wie dieser nicht spannend wird, liegt ausnahmsweise mehr an den Kontrahenten, die allesamt regelmäßig patzen. Die Bayern lachen sich ins Fäustchen und bauen Woche für Woche mit maximal befriedigenden Leistungen ihre Tabellenführung aus.

Auch in diesem Jahr werden wir Zuschauer unseren Fokus auf die Kämpfe gegen den Abstieg und um die Qualifikation für Europa legen müssen. Zwar habe ich auch in Sachen Abstiegskampf die Befürchtung, dass sich das Thema in dieser Saison früher erledigt als in den Jahren zuvor. Dafür spricht aber gerade vieles für ein äußerst spannendes Schlussdrittel beim Kampf um die Plätze für Champions League und Europa League. Die Teams, die man eigentlich auf diesen Plätzen erwartet hätte und bisher eher schwache Saisons spielen, punkteten in den letzten Wochen relativ regelmäßig. Geht das in den kommenden Wochen so weiter, haben wir am Ende an die zehn Mannschaften mit realistischen Chancen auf einen der begehrten Europaplätze.

Die Luft für Werder Bremen wird dünner

Warum ich schreibe, dass der Abstiegskampf in dieser Saison womöglich schneller erledigt sein wird als in den Jahren zuvor? Das liegt vor allem am Tabellenletzten Darmstadt, der sich aus meiner Sicht auf Abschiedstournee in Liga 1 befindet. Aber auch an Werder Bremen. Der Verein aus dem Norden mit seinen treuen Fans steht nach dem 20. Spieltag bereits drei Punkte vom rettenden Ufer entfernt.

Ausgerechnet der ewige Konkurrent aus dem Norden, der Hamburger SV, steht auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Nach zwei Siegen in Folge gegen Leverkusen und bei RB Leipzig sind in Hamburg aktuell die indiskutablen Leistungen der Vorwochen vergessen. Die Formkurve zeigt nach oben. Bei Bremen ist im Gegensatz dazu genau das eingetroffen, was ich in den Bundesliga-Facts zum 18. Spieltag befürchtet hatte: Nach zwei sehr unglücklichen Niederlagen gegen die Bayern und den BVB verließ man auch in der Woche darauf beim FC Augsburg (2:3) und am 20. Spieltag zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach (0:1) jeweils als Verlierer das Feld.

Entscheidend für die kommenden Wochen und den Bremer Abstiegskampf generell könnte die Niederlage in Augsburg gewesen sein. Trotz zweimaliger Führung und engagierter Vorstellung gelang es den Bremern nicht, Punkte aus Augsburg zu entführen. Beim Heimspiel gegen Gladbach sah man dann bereits wieder die ersten Anzeichen von Verunsicherung. Von der spielerischen Leichtigkeit, die die Bremer noch zu Jahresbeginn auszeichnete, war nichts mehr zu sehen.

Werder spielt nun kommendes Wochenende bei Mainz 05. Die Mainzer, die selbst noch nicht ganz aus dem Abstiegskampf raus sind, scheinen mir im Moment jedoch den effektiveren Fußball zu spielen. Bei einer Bremer Niederlage – es wäre dann die fünfte in Folge – könnte ich mir durchaus vorstellen, dass der Verein auf der Trainerbank trotz des bereits in dieser Saison erfolgten Wechsels von Viktor Skripnik zu Alexander Nouri noch einmal für neue Impulse sorgt.

Schickt uns eure Facts

Das waren so weit die Facts des 20. Bundesliga-Spieltags. Wenn ihr der Meinung seid, dass wichtige Facts vergessen wurden, schickt uns eine Mail an kontakt@! In jedem Fall freuen wir uns auf Kommentare und eure Sicht der Dinge.

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