Kolumne

Bundesliga-Facts zum 18. Spieltag 2016/2017

01.02.2017 Am 18. Spieltag der Fußball-Bundesliga gab es gefühlt relativ wenige Situationen, über die sich streiten lässt. Trotzdem habe ich auch in dieser Woche wieder einige interessante Bundesliga-Facts für euch rausgepickt.

Sandro Wagner mit Platzverweis im Topspiel

Dieses Thema wird nicht zum Bundesliga-Fact, weil ich etwa nicht mit der roten Karte für Sandro Wagner einverstanden wäre oder weil es sich bei der Partie zwischen RB Leipzig und 1899 Hoffenheim um das Spitzenspiel des Spieltags schlechthin handelte. Grund dafür ist das vorbildliche Verhalten des Hoffenheimer Mittelstürmers.

Natürlich möchte ich einen Platzverweis aufgrund von grobem Foulspiel nicht gut heißen. Aber wenn man sich die Wiederholung anschaut, so muss man ihm zugestehen, dass er einfach etwas zu spät kommt und dann ganz unglücklich seinen Leipziger Gegenspieler Stefan Ilsanker trifft. Wagner war direkt im Anschluss selbst erschrocken und akzeptierte die rote Karte des souveränen Schiedsrichters Wolfgang Stark ohne Widerspruch.

Sowohl bevor Wagner den Platz verließ als auch später in der Kabine entschuldigte er sich bei Ilsanker und versicherte sich, dass dieser verletzungsfrei aus der Aktion hervorging. Solch ein Verhalten ist heutzutage im Profifußball leider keine Selbstverständlichkeit. Gerne mehr davon!

Werder Bremen – gut gespielt, aber keine Punkte geholt

Das gilt für das erste Krisenteam aus Deutschlands Norden. Bereits letzte Woche gegen Borussia Dortmund bekamen die Werderaner allseits eine sowohl kämpferisch als auch spielerisch gute Leistung attestiert. Am Ende jedoch stand man mit leeren Händen da – der BVB entführte durch ein 1:2 alle 3 Punkte aus dem Weserstadion.

Am 18. Spieltag war die Bremer Leistung vielleicht sogar noch eine Nummer besser. Glaubt man dem ehemaligen Bremer Manager Willi Lemke, so war man in der zweiten Halbzeit gegen den FC Bayern München sogar das bessere Team. Aber auch in diesem Spiel gab es für Bremen nichts außer Lob. Die Bayern verabschiedeten sich ebenfalls mit einem 1:2 Auswärtssieg aus Bremen.

Im Jahr 2017 steht Bremen somit nach zwei Heimspielen mit 0 Punkten da. Zugegeben, gegen Gegner diesen Kalibers hatte niemand realistisch Punkte erwartet. Trotzdem befindet man sich nun enorm unter Druck. Lediglich ein Punkt trennt die Bremer vom Relegationsplatz, drei Punkte sind es bis zum ersten direkten Abstiegsplatz. In den kommenden Wochen muss das Team um Alexander Nouri also punkten.

Ich finde die Mannschaft keinesfalls so schlecht, dass sie da unten stehen müsste. Und auch die Bremer Fans verhalten sich seit Jahren vorbildlich. Trotzdem muss man gerade nach solchen Leistungen aufpassen, dass man gegen Gegner auf Augenhöhe nicht plötzlich zu überheblich auftritt. Ich bin gespannt, wie sich Werder an den kommenden Spieltagen präsentiert.

HSV mit ganz schwacher Leistung in Ingolstadt

Etwas anders sehe ich die Situation beim zweiten Krisenteam Norddeutschlands, dem Hamburger Sportverein. Seit Jahren heißt es für die Hamburger Fans nur noch Abstiegskampf. Warum das so ist, darüber könnte man viele komplette Artikel schreiben, ohne Vereins-Insider zu sein. Das möchte ich an der Stelle nicht weiter vertiefen. Sicher ist jedoch, dass der HSV genau da steht, wo er hingehört.

Mit einer indiskutablen Vorstellung verschenkte man wichtige Punkte gegen den direkten Konkurrenten aus Ingolstadt. Zum wiederholten Male entschied ein individueller Fehler das Spiel der Hamburger. Dieses Wochenende trat Dennis Diekmeier 50 Sekunden nach seiner Einwechslung zu Beginn der 2. Halbzeit auf dilettantische Art und Weise Gegenspieler Pascal Groß im Strafraum um. Das Resultat war selbstverständlich Strafstoß und somit das entscheidende 3:0 für den FCI.

Es läuft einfach nicht beim HSV. Und es hat mittlerweile den Anschein, als könnte man in der Hansestadt machen was man will. Es hilft alles nichts mehr. Hauptgrund für die missliche Situation ist die fehlende Struktur in der Mannschaft. Das Grundgerüst oder die Achse, die einer Mannschaft normalerweise Stabilität verleiht, ist nicht vorhanden. Man darf gespannt sein, ob die Mannschaft um Markus Gisdol auch in dieser Saison wieder den Kopf aus der Schlinge ziehen kann. Ich persönlich halte einen Abstieg des Hamburger SV für die beste Lösung. In Liga 2 kann man sich mit etwas weniger Druck und aufgrund der durchaus vorhandenen finanziellen Mittel schnell wieder nach oben arbeiten – vorausgesetzt man stellt auch den Verein selbst endlich professionell auf.

Tuchel rotiert und rotiert und rotiert…

Das fehlende Grundgerüst ist auch noch immer das Problem von Borussia Dortmund. Noch immer gibt es vor allem in der Defensive keinen Spieler, der Mats Hummels auch nur annähernd ersetzen könnte. Natürlich spielten auch die vielen Verletzungen im Laufe der Saison eine ganz entscheidende Rolle, warum der BVB weder in der Offensive regelmäßig ins Rollen kommt, noch in der Defensive annähernd stabil steht.

Sicher jedoch muss man auch die ewige Rotiererei von Coach Thomas Tuchel mittlerweile als Problem benennen. Wie soll sich eine Mannschaft einspielen, wenn jede Woche Positionen verändert werden. So gewinnt der BVB zugegebenermaßen nicht überzeugend in Bremen. Das lag aber auch daran, dass die Mannschaft in der Zusammensetzung zuvor noch kein Bundesligaspiel bestritten hatte. Der Wechsel auf der Torhüterposition mit Roman Bürki für Roman Weidenfeller war absolut nachvollziehbar. Aber die Umstellung der Offensive war unnötig. Kagawa und Pulisic, die beide kein schlechtes Spiel in Bremen ablieferten, mussten auf der Bank Platz nehmen. Stattdessen rückten Raphael Guerreiro und der Mitte der Woche vom Afrika-Cup zurück gekehrte Pierre-Emerick Aubameyang in die Startelf. Rein von den Namen her sind das zwar die besseren Optionen. Aber nach einem Sieg verändert man nicht Taktik und Aufstellung in solch einer massiven Art und Weise.

Kein Wunder also, dass die Mannschaft nicht in der Lage ist, ein Grundgerüst aufzubauen. Rotation zur Schonung ist schön und gut. Aber gerade wenn es darum geht, essentielle Abgänge zu kompensieren, wäre ein stabiles Grundgerüst und somit weniger Rotation die Voraussetzung.

Frings der richtige Trainer für Darmstadt?

Bereits in der Winterpause habe ich mich gefragt, ob Torsten Frings ein geeigneter Trainer für den stark abstiegsbedrohten SV Darmstasdt ist. Nahezu ohne Erfahrung als Trainer – Frings war zuvor lediglich Co-Trainer bei Werder Bremen – erhielt er den Posten als Cheftrainer eines Bundesligisten. Selbst wenn man dieses Projekt als ein langfristiges betrachtet, welches im Normalfall mit einem Abstieg in Liga 2 fortgesetzt würde, stellt sich mir die Frage, ob Frings hier die richtige Entscheidung war.

Als Spieler war Frings durchaus für seinen Einsatz bekannt. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass man sich in Darmstadt für ihn entschieden hat. Wenn ich ihn an der Außenlinie sehe, erkenne ich aber eher einen ruhigen Trainer und bin mir nicht sicher, ob er den unbedingten Einsatzwillen an sein Team vermitteln kann. Denn nichts anderes wäre für Darmstadt notwendig, um eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

Das Heimspiel gegen den FC Köln am Wochenende lenkte das Projekt dann erstmal in die befürchtete Richtung. Wir sprechen hier bei allem Respekt vom FC Köln, der auswärts in Darmstadt mit 1:6 gewinnen konnte. Auch wenn der Kölner Topstürmer Anthony Modeste bereits in der ersten Halbzeit wegen eines Faustschlags hätte vom Platz fliegen müssen, wäre das Ergebnis wohl nicht großartig anders ausgefallen. Der SV Darmstadt war einfach zwei Klassen schlechter.

Nicht erst seit diesem Spiel ist Darmstadt für mich der erste sichere Absteiger. Die Frage wird sein, ob es Frings gelingt den Kampfgeist des Teams wieder so zu entfachen, dass man in den Bundesligaspielen wenigstens eine Chance auf Punkte hat. Ansonsten bezweifle ich, dass er der richtige Trainer für den SV ist.

Der Fußball-Blogger veröffentlich eure Facts

Das waren die Facts des 18. Bundesliga-Spieltags. Schaut euch auch die Facts des 17. Bundesliga-Spieltags noch einmal an. Und wie immer gilt: Wenn ihr der Meinung seid, dass wichtige Facts vergessen wurden, schickt uns eine Mail an kontakt@! In jedem Fall freuen wir uns auf Kommentare und eure Sicht der Dinge.

 

1 Kommentar

Deine Meinung zum Thema

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Über uns

Die Redaktion des Fussball-Bloggers wendet sich bereits seit 2007 mit ihren Artikeln an Fussball-interessierte Leser und deckt dabei alle Bereiche des Fußballs ab. Dazu zählen u.a. der internationale, der nationale und der regionale Fußball, sowohl bei Männern als auch bei Frauen und auch der virtuelle Fußball wird behandelt. Neben interessanten Geschichten rund um die eigentliche Sportart informiert Der Fußball-Blogger außerdem über neue Produkte und Trends im Fußball wie beispielsweise Fußball-Schuhe, Trikots oder Bälle.