Neue Kolumne

Bundesliga-Facts zum 17. Spieltag 2016/2017

22.01.2017 In dieser neuen Kolumne möchte ich euch künftig in prägnanter Form und aus subjektiver Sicht sehenswerte Spielaktionen, Platzverweise, Fehlentscheidungen und sonstige Auffälligkeiten der zurückliegenden Spieltage näher bringen.

Es soll keinesfalls eine Zusammenfassung aller Spiele sein. Davon gibt es bereits genügend im Fernsehen und im Internet. Vielmehr möchte ich damit spannende Diskussionen zu interessanten Themen unter euch anregen.

Ausrutscher von Hrádecký

Den Anfang macht der eigentlich richtig starke Torhüter der Frankfurter Eintracht, Lukáš Hrádecký. Bereits nach rund zwei Minuten schwächte er seine Mannschaft durch seinen Ausrutscher. Einen eigentlich viel zu lang geratenen Leipziger Pass wollte er vor dem heranstürmenden Bernardo klären und rutschte dabei einige Meter vor dem eigenen Strafraum weg. Weil Bernardo ansonsten nur noch das leere Tor vor sich gehabt hätte, stoppte der am Boden liegende Hrádecký den Ball mit der Hand. Klare Notbremse und somit rote Karte.

Natürlich ein klarer Fehler des ansonsten sicheren Rückhalts. Aber gerade deswegen werden es ihm seine Kollegen auch nicht übel nehmen. Oft genug hat er der Eintracht mit starken Paraden Punkte gesichert. Da der Leipziger Freistoß im Anschluss sogar zum Tor geführt hat, kann Frankfurt noch auf eine milde Strafe des DFB-Sportgerichts hoffen. Ich hoffe auf nur ein Spiel Sperre. Da Hrádecký kein schlimmes Foul begangen hat, wäre alles andere für mich unverständlich.

Jaroslav Drobný hackt Marco Reus um

Ganz anders verhält es sich im Falle des Bremer Torhüters Jaroslav Drobný. Der sympathische Tscheche traf im Spiel gegen Borussia Dortmund zwar die gleiche Entscheidung wie sein Frankfurter Pendant. Allerdings unterstelle ich ihm nach mehrfacher Ansicht der Fernsehbilder zum Einen ein grob fahrlässiges Verhalten und zum Anderen pure Absicht.

Beim Pass auf Marco Reus versuchte Drobný noch vor dem pfeilschnellen Dortmunder an den Ball zu kommen. Weil er das nicht schaffte, trat der dem Nationalspieler Kung-Fu-mäßig an den Oberschenkel und nahm damit eine schwerwiegende Verletzung von Reus in Kauf.

Grund für die rote Karte dürfte also nicht einmal die vermeintliche Notbremse gewesen sein, sondern das grobe Foulspiel. Daher erwarte ich hier eine Mindesstrafe von drei Spielen für den Bremer Schlussmann.

Platzverweis von Albin Ekdal

Ein Spiel Sperre erhält man automatisch nach einer gelb-roten Karte. So wird es auch dem schwedischen, defensiven Mittelfeldspieler in Reihen des Hamburger SV ergehen. Albin Ekdal musste bereits nach 33 Minuten nach wiederholtem Foulspiel das Feld verlassen.

Oft lese und höre ich in diesem Fall von Dummheit. Wer aber selbst Fußball spielt, kann sich in ähnliche Situationen hinein versetzen. Die erste gelbe Karte war total übertrieben, eine Fehlentscheidung von Felix Zwayer. Über das zweite Foul brauchen wir nicht diskutieren. Obwohl Ekdal offensichtlich den Ball spielen will, kommt er einfach zu spät und riskiert eine Verletzung des Gegenspielers – klare gelbe Karte.

In Summe fliegt er dann aber aufgrund dieser zwei Aktionen vom Platz. Und wohl auch nur deswegen, weil die halbe Wolfsburger Mannschaft inklusive Kapitän Diego Benaglio auf Schiedsrichter Zwayer zugestürmt kam und den Platzverweis forderte. Felix Zwayer hat hier überhaupt kein Fingerspitzengefühl bewiesen. In meinen Augen hätte Ekdal hier ein letztes Mal ermahnt werden müssen.

Nicht gegebener Treffer von Davie Selke

Interessant war auch die Entscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin kurz vor Spielende in der bereits oben erwähnten Partie zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt. Das Spiel war längst entschieden als Davie Selke in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit den Ball zum vermeintlichen 4:0 versenkte.

Aytekin erkannte den Treffer zunächst unerklärlicherweise nicht an und pfiff das Spiel ab. Wie sich später herausstellte, sah er ein Foulspiel von Selke am Frankfurter Abwehrspieler Michael Hector. Schaut euch die Aktion gerne noch einmal an! Aber wir reden hier von Männersport. Selke hat sich hier einfach nur stark durchgesetzt und hätte sich mit einem Treffer belohnt. Nur weil es keine spielentscheidende Szene war, redet heute niemand mehr darüber.

Der Bayern-Dusel lebt weiter

Mit einem 2:1 in der 90. Spielminute und einer alles andere als überzeugenden Leistung gewann der deutsche Rekordmeister Bayern München sein Auswärtsspiel beim bravourös kämpfenden Aufsteiger SC Freiburg. Den Unterschied hat am Freitagabend Robert Lewandowski ausgemacht. Vor allem beim zweiten Tor zeigte er einmal mehr seine Klasse.

Lewandowskis Klasse jedoch ist nicht der Grund dafür, dass ich dieses Spiel in den Facts des 17. Spieltags untergebracht habe. Sondern vielmehr die Tatsache, dass der Meister der letzten vier Jahre mal wieder vom sogenannte Bayern-Dusel profitieren konnte. Früher, als die Bundesliga noch für deutlich mehr Spannung sorgte, entschieden die Bayern ihre Spiele des Öfteren erst gegen Ende oder sogar in der Nachspielzeit, nicht selten mit der Unterstützung der Unparteiischen.

Der späte Sieg wird in dieser Saison nichts ändern. Auch ohne diese zwei Punkte wird der kommende Meister aller Voraussicht nach erneut aus München kommen. Aber es ist doch interessant zu sehen, dass man sich in guten wie in schlechten Zeiten auf den Bayern-Dusel verlassen kann.

Schickt uns eure Facts

Das waren so weit die Facts des 17. Bundesliga-Spieltags. Sollten in den Sonntags-Spielen weitere interessante Dinge geschehen, werden diese hier natürlich noch mit aufgenommen. Wenn ihr der Meinung seid, dass wichtige Facts vergessen wurden, schickt uns eine Mail an kontakt@! In jedem Fall freuen wir uns auf Kommentare und eure Sicht der Dinge.

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