Kolumne

Bundesliga-Facts zum 23. Spieltag 2016/2017

06.03.2017 Die Bundesliga-Facts des 23. Spieltags fallen nicht ganz so umfassend aus wie die der vorigen Spieltage. Grund dafür ist mein Besuch im Dortmunder Signal Iduna Park am Samtagnachmittag, aufgrund dessen ich die restlichen Begegnungen am Samstag nicht sehen konnte.

BVB überrollt Leverkusen

Borussia Dortmund gegen Bayer 04 Leverkusen im Signal Iduna Park

Borussia Dortmund gegen Bayer 04 Leverkusen im Signal Iduna Park

Ich wurde von Konami zum Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen eingeladen – nicht nur für mich das eigentliche Topspiel des 23. Spieltags. Zwar hatte ich auf einen Heimsieg für den BVB gesetzt. Dass dieser am Ende mit 6:2 aber so deutlich ausfiel, war dann doch etwas überraschend, letzlich aber sicherlich alles andere als unverdient. Bei besserer Chancenverwertung hätte der BVB-Sieg sogar noch höher ausfallen können. Leverkusen brach am Ende regelrecht ein.

Es fing schon damit an, dass die komplette 1A-Offensivbesetzung von Leverkusen fehlte. Javier Hernández, Karim Bellarabi und Julian Brandt mussten auf der Auswechselbank Platz nehmen. Stattdessen lies Leverkusens Trainer Roger Schmidt neben dem Riesentalent Kai Havertz mit Admir Mehmedi und Kevin Volland gleich zwei Offensivspieler von Beginn an ran, die aufgrund von wenig Spielzeit überhaupt nicht im Spielfluss waren. Dementsprechend ungefährlich agierte die Bayer-Elf nach vorne.

Aber auch in der Defensive ist momentan einfach keine Stabilität vorhanden. Seit dem Ausfall von Jonathan Tah fehlt ein gestandener zweiter Innenverteidiger neben Ömer Toprak. Weder der im Sommer gekaufte Dragović noch der am Samstag auf dieser Position eingesetzte Tin Jedvaj konnten den Jung-Nationalspieler bisher ersetzen. Gerade Jedvaj muss mann allerdings ein wenig in Schutz nehmen. Der Junge spielt normalerweise Außenverteidiger. Man kann in dem Fall also gut und gerne von einer Notoption sprechen.

Alles in allem eine überzeugende Leistung der Borussen vor eigenem Publikum. Hoffentlich eine gute Einstimmung auf das Champions League Achtelfinal-Rückspiel kommenden Mittwoch zu Hause gegen Benfica Lissabon. Leverkusen kann froh sein, dass man sein Champions League-Spiel erst nächste Woche austragen muss und diese Woche an den Defiziten arbeiten kann.

Leverkusen zieht die Reißleine bei Schmidt

Eines dieser Defizite war sicherlich auch Trainer Roger Schmidt. Ich halte Schmidt für einen guten Trainer. Es gab in seiner Amtszeit gar nicht mal wenige Spiele, in denen seine Elf einen traumhaften Fußball bot. Trotzdem gelang es ihm nie, dass das Team diese Leistungen konstant abrufen konnte.

Der Mannschaftsbus von Bayer 04 Leverkusen nach Spielende

Auch sein Auftreten auf und außerhalb des Platzes in schlechten Zeiten entsprach nicht annähernd dem smarten, eloquenten Auftreten, welches wir aus den erfolgreichen Anfangszeiten kannten. Stur, unbelehrbar, überheblich und arrogant sind nur einige Worte, die sein Auftreten in diesen Zeiten beschreiben. In schöner Regelmäßigkeit legte er sich mit Schiedsrichtern, Trainerkollegen und Journalisten an, bis ihm letztlich von Seiten seines Arbeitgebers in Jörn Wolf sogar ein ein Aufpasser zur Seite gestellt wurde.

Und daher stand er auch immer wieder zu Recht in der Kritik. Bislang konnte Schmidt in diesen Momenten aber regelmäßig seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Auch weil sein Vorgesetzter Rudi Völler stets zu ihm hielt. Für mich war nach den letzten aber klar, dass das Engagement von Roger Schmidt bei Bayer Leverkusen nicht über diese Saison hinaus andauern würde.

Spätestens nach der Klatsche in Dortmund dürfte es aber für niemanden mehr überraschend gewesen sein, dass die Verantwortlichen von Bayer 04 Leverkusen am gestrigen Sonntagnachmittag die Reißleine zogen und Schmidt beurlaubten.

Übernehmen wird jetzt zumindest bis Saisonende Interimstrainer Tayfun Korkut, der nach seiner Zeit als Trainer bei Hannover 96 und Kaiserslautern oftmals als Experte für das Fernsehen auftrat. Bisher hatte ich ihn nicht als Toptrainer eingestuft und bin vor allem gespannt, wie er mit der Bayer-Elf klar kommt. Im Gegensatz zu seinen bisherigen Stationen hat er es dort größtenteils mit gestandenen Bundesligastars zu tun. Kann er die nicht vollends von seiner Idee überzeugen, bleibt es mit Sicherheit nur bei einer Übergangslösung.

Die Bayern nehmen Fahrt auf

Nachdem ich die Bayern in dieser Saison oft genug kritisiert habe, ist es nun auch einmal an der Zeit, sie ins Positive Licht zu rücken. Zuletzt überzeugte das Team von Carlo Ancelotti in allen Wettbewerben. Im Hinspiel des Champions League Achtelfinals schoss man Arsenal London mit 5:1 aus dem eigenen Stadion. Auch das Pokal-Viertelfinale gewann man nicht minder beeindruckend mit 3:0 gegen überforderte Schalker. Und in der Bundesliga lies man dem haushohen 8:0-Heimsieg über den Hamburger SV jetzt einen 3:0-Auswärtssieg in Köln folgen.

Die Meisterschaft haben die Bayern in meinen Augen ohnehin längst für sich entschieden. Aufgrund von zu vielen Schwächephasen bei der Konkurrenz reichten dafür auch weniger als 100%. Mit den vor allem in der Hinrunde gezeigten Leistungen hätte man aber sowohl im Pokal als auch in der Champions League kein ernsthaftes Wörtchen mitreden können. Immer wieder musste ich mir von Bayern-Fans anhören, dass Ancelotti-Teams erst im Frühjahr Fahrt aufnehmen.

Und wenn ich mir jetzt die letzten Auftritte der Münchner anschaue, scheint da doch etwas dran zu sein. Die Mannschaft tritt wieder mit dem gewissen Selbstverständnis auf, das sie vor allem unter Guardiola auszeichnete. In der aktuellen Form zählt der FCB auf jeden Fall zu den Topfavoriten auf den Champions League-Sieg.

Und auch im Pokal hätte es nicht besser laufen können. Gehen wir davon aus, dass sich der BVB noch für das Halbfinale qualifiziert. Dann empfangen die Bayern die Borussen in der heimischen Allianz Arena. Auch hier gehen wir einfach wieder davon aus, dass die beiden besten deutschen Mannschaften sich ohnehin spätestens im Finale begegnet wären. Dann ist es den Bayern mit Sicherheit viel lieber, wenn sie bereits im Halbfinale zu Hause auf den größten Konkurrenten treffen.

Borussia Mönchengladbach bestes Rückrunden-Team

Ähnlich gut läuft es mit der Borussia aus Mönchengladbach seit dem Trainerwechsel von André Schubert zu Dieter Hecking. Betrachtet man lediglich die Ergebnisse aus der Rückrunde, steht die Borussia auf Tabellenplatz eins, sogar einen Punkt vor den Bayern. Nimmt man die Hinrunden-Ergebnisse hinzu, rangiert man zur Zeit auf Tabellenplatz neun und hat zumindest die Euro-League-Plätze in greifbarer Nähe.

Noch besser sieht es im DFB-Pokal aus. Nachdem man im Viertelfinale auswärts beim Hamburger SV gewann, trifft man im Halbfinale im heimischen Stadion im Borussia-Park auf die Eintracht aus Frankfurt. Zwar ein unangenehmer Gegner. Von den verbleibenden Teams konnte man es aber nicht besser treffen, wenn man als Ziel das Finale in Berlin hat. Hinzu kommt, dass die Eintracht vor allem aufgrund von Verletzungspech genau die gegenteilige Entwicklung von Gladbach durchmacht. Wahrscheinlich verspielt man gerade die Chancen auf einen Euro-League-Platz und muss sich am Ende der Saison mit einem Mittelfeldplatz zufrieden geben. In diesem Duell spricht also alles für die Borussia.

Und auch im dritten Wettbewerb, der Europa League, hat man gute Aussichten auf ein Weiterkommen. Im deutschen Viertelfinal-Duell trifft man auf Schalke 04. Ebenfalls ein Verein, bei dem es zur Zeit überhaupt nicht rund läuft und der aller Voraussicht nach in der nächsten Saison überhaupt nicht international vertreten sein wird. Nachdem Gladbach das Bundesligaspiel am Samstagabend überzeugend für sich entscheiden konnte, geht man auch in der Europa League als Favorit in das Aufeinandertreffen.

Schickt uns eure Facts

Das waren die Facts des 23. Bundesliga-Spieltags. Wenn ihr der Meinung seid, dass wichtige Facts vergessen wurden, schickt uns eine Mail an kontakt@der-fussballblogger.de! In jedem Fall freuen wir uns auf Kommentare und eure Sicht der Dinge.

1 Kommentar

  1. Tom Bobsien sagt:

    Cooler Artikel!
    Weiter so!

    Lg Tom

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