Kolumne

Bundesliga-Facts zum 21. Spieltag 2016/2017

19.02.2017 Nachdem ich unter der Woche anlässlich der Champions League-Begegnungen zwischen Lissabon und Dortmund sowie Paris und Barcelona zu Gast im Sport1 Fantalk war, stand am Wochenende wieder der reguläre Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga an. Wie immer ist auf den Plätzen viel passiert und ich habe versucht, die Highlights für euch zusammenzufassen.

Karim Bellarabi erzielt Jubiläumstor

Am Freitagabend zeigte Bayer Leverkusen im Auswärtsspiel beim FC Augsburg erneut eine starke Leistung und entführte völlig verdient alle drei Punkte. Nachdem die Werkself die Augsburger in Halbzeit eins nahezu an die Wand spielten, ging man durch Tore von Bellarabi und Chicharito mit einer 2:0-Führung in die Pause. Lediglich die ersten 15 Minuten nach der Pause zeigte das Heimteam ansprechenden Offensivfußball und erzielte sogar den Anschlusstreffer. Chicharitos zweiter Treffer nur wenige Minuten später besiegelte dann aber die Heimniederlage der Augsburger.

Besonders erwähnenswert sind an dieser Stelle zwei Punkte. Zum einen war Bellarabis Führungstreffer in der 23. Minute der 50.000 Treffer in der Fußball-Bundesliga – ein Jubiläumstreffer, den ihm keiner mehr nehmen kann. Zum anderen steht Leverkusen nach zwei Siegen in Folge auf Platz acht und zumindest die Europa League-Plätze sind wieder in greifbarer Nähe. Lediglich vier bzw. fünf Punkte beträgt der Rückstand auf die Hertha aus Berlin und die Eintracht aus Frankfurt. Und selbst ein Erreichen von Platz drei (Dortmund) oder vier (Hoffenheim) ist bei sieben Punkten Rückstand nicht völlig ausgeschlossen.

Guido Winkmann leitet schwierige Partie

Nach dem bisherigen Saisonverlauf musste man im Spiel zwischen Eintracht Frankfurt (3.) und dem FC Ingolstadt (17.) am Samstagnachmittag von einem klaren Heimsieg ausgehen. Hinzu kam, dass mit David Abraham der wichtigste Defensivspieler der Eintracht wieder in der Startelf stand. Dass sich dann aber vor allem aus Schiedsrichtersicht eine der interessantesten Begegnungen entwickelte, hatte so wahrscheinlich niemand erwartet.

Im Sport1-Doppelpass sprach die Runde von einer 1a-Leistung des Schiedsrichtergespanns um Guido Winkmann. Ganz so weit würde ich nicht gehen. Die beiden Platzverweise für Abraham auf Frankfurter und Leckie auf Ingolstädter Seite hat er gleich bewertet. In beiden Fällen geht der Übeltäter ungestüm mit dem gestreckten Bein zum Oberkörper des jeweiligen Gegenspielers und riskiert so schwerwiegende Verletzungen. Insofern geht zweimal rot aus meiner Sicht in Ordnung. Auch die beiden Elfmeter-Situationen, die alles andere als einfach zu entscheiden waren, beurteilte er absolut richtig.

Trotzdem unterlief auch dem Team um Winkmann ein schwerwiegender und möglicherweise spielentscheidender Fehler. Beim Stand von 0:0 und gefälligem Spiel der Eintracht beförderte Ingolstadts Abwehrspieler Tisserand den Ball nach einem Ingolstädter Eckball für jedermann offensichtlich über die Torauslinie. Spätestens als Tisserand direkt im Anschluss an diese Aktion den schnellsten Weg nach hinten in seine Abwehrkette suchte, hätte dem Schiedsrichtergespann doch klar sein müssen, dass hier Abstoß die richtige Entscheidung gewesen wäre. Stattdessen entschied das Gespann auf erneuten Eckstoß. Und aus eben diesem unberechtigten Eckstoß resultierte dann das 0:1 durch Brégerie, welches gleichzeitig dem Frankfurter Spiel einen spürbaren Knackpunkt verlieh.

Alles in allem gemessen an der Intensität dieses Spiels also eine verhältnismäßig gute Leistung von Guido Winkmann und seinem Team. Sicherlich hat das Gespann aber nicht die Note 1 verdient.

Leipzigs Timo Werner ist lernresistent

Bis kurz vor dem Schlusspfiff der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig war ich noch der Meinung, dass viele Fußballfans in Deutschland zu hart mit Timo Werner ins Gericht gehen. Der Junge hat mit seiner Schwalbe im Heimspiel gegen Schalke einen Fehler gemacht, für den er sich dann aber auch entschuldigte. Rein aus sportlicher Sicht sehe ich momentan keinen besseren deutschen Stürmer und hätte ihn gerne einmal in unserer A-Nationalmannschaft gesehen. Genau deswegen war ich auch der Meinung, dass man ihm seinen Fehler endlich verzeihen sollte.

Die Nachspielzeit am heutigen Sonntag im Gladbacher Borussia-Park hat mich dann aber fürs erste vom Gegenteil überzeugt. In einer relativ hitzigen Schlussphase, in der Gladbach drauf und dran war, den 1:2-Rückstand zumindest noch in ein Unentschieden umzumünzen, hob Werner einmal mehr mit einer schauspielerischen Glanzleistung ab. Der Leipziger wollte Schiedsrichter Felix Zwayer so von einer vermeintlichen Tätlichkeit Tony Jantschkes überzeugen, obwohl dieser ihn kaum berührte.

Also erneut eine krasse Unsportlichkeit von Timo Werner, die nun hoffentlich Folgen mit sich trägt. Nachdem der DFB-Kontrollausschuss bei seiner Schwalbe im Dezember keine Anklage erhob, erwarte ich in diesem Fall, dass dem Jungen endlich mal die Grenzen aufgezeigt werden. Ansonsten wird es nicht mehr lange dauern, bis Google bei der Suche nach dem Begriff „Schwalbe“ Timo Werner an erster Stelle listet.

Fragwürdige Tore bei Hertha gegen Bayern

Das eigentliche Topspiel des 21. Spieltags fand bereits am Samstagnachmittag statt. Der Tabellensechste Hertha BSC Berlin empfing den Tabellenführer Bayern München. Was früher gang und gäbe war, kannte man vom FC Bayern in den Jahren unter Guardiola eigentlich nicht. Glanzvollen Champions League-Auftritten unter der Woche folgten in der Ära des Spaniers nicht weniger beeindruckende Bundesliga-Auftritte am Wochenende. Nicht so in dieser Saison unter Neu-Trainer Carlo Ancelotti.

Nach dem Motto „Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss“ sammelt man gerade so viele Punkte, dass die Meisterschaft nicht in Gefahr gerät. Die Bundesliga-Auftritte sind dabei meist unansehnlich. So auch beim gestrigen Auftritt in Berlin. Wenn sich überhaupt jemand über das 1:1 freuen konnte, dann war das eben der Rekordmeister, der aus sehr wenig immerhin einen Punkt machte.

Berlin ging nach einem Freistoß von Plattenhardt durch Vedad Ibišević verdient in Führung. Fragwürdig war hier jedoch die Entstehung des Freistoßes. Eben jener Marvin Plattenhardt legte den Ball am Münchner Arturo Vidal vorbei, um wenig später zu fallen. Selbst nach Ansicht diverser Wiederholungen ist nicht zu erkennen, ob der Chilene wirklich Foul gespielt hat. Ich glaube allerdings, dass Plattenhardt ganz leicht getroffen wurde und er den Freistoß in aussichtsreicher Position gerne angenommen hat.

Ebenso fragwürdig war dann die Nachspielzeit in Halbzeit zwei, welche die Voraussetzung für den 1:1-Ausgleichstreffer von Robert Lewandowski war. Das Gespann um Patrick Ittrich lies insgesamt über sechs Minuten nachspielen, obwohl die Hertha vorher beispielsweise nur einmal wechselte. Auch Sky-Kommentator Wolff Fuss empfand die offiziell anberaumten fünf Minuten Nachspielzeit als zu viel. Und so hat der Spruch halt doch etwas Wahres: „Es wird so lange gespielt, bis der FC Bayern ein Tor schießt.“

Abgesehen davon sollte aber erwähnt werden, dass die Aktion einiger Berliner Fans nach Spielabpfiff unter aller Sau war. Sowohl Carlo Ancelotti als auch das Schiedsrichtergespann wurden offensichtlich von Zuschauern angespuckt. Die Reaktion des Bayern-Trainers, der den Zuschauern den Mittelfinger zeigte, war für mich absolut nachvollziehbar und sollte nicht bestraft werden. Die spuckenden Fans hingegen werden hoffentlich schnell identifiziert und gehören drastisch bestraft.

Schickt uns eure Facts

Das waren die Facts des 21. Bundesliga-Spieltags. Wenn ihr der Meinung seid, dass wichtige Facts vergessen wurden, schickt uns eine Mail an kontakt@! In jedem Fall freuen wir uns auf Kommentare und eure Sicht der Dinge. Kommenden Dienstag bin ich wieder zu Gast im Sport1 Fantalk. Hauptthemen werden die beiden Champions League-Spiele zwischen Manchester City und Monaco sowie Bayer Leverkusen und Atlético Madrid sein. Sicherlich werden aber auch wieder interessante Themen des 21. Spieltags angesprochen. Seid gespannt und schaltet ab 20:15 Uhr ein.

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