Spielbericht

Bremer Kantersieg in Freiburg

02.04.2017 Ein Ausflug nach Freiburg ist für den SV Werder erfahrungsgemäß ein sehr erfreuliches Erlebnis und nach fünf ungeschlagenen Spielen war man als Bremer Fan optimistisch, dass es im Schwarzwald-Stadion auch am 1. April zu einem Sieg kommen könnte.

Der Nachmittag im idyllischen Kraichgau begann für die Bremer jedoch alles andere als entspannt. Bereits vor Spielbeginn verletzte sich der in den letzten Wochen so stark aufspielende Abwehrchef Lamine Sané und musste in der Dreierkette von dem Italiener Luca Caldirola ersetzt werden. Gnabry und Fritz fehlten ohnehin verletzungsbedingt.

Das Spiel begann so, wie man es als Fan eigentlich nicht sehen möchte. Viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten der Werderaner, dazu noch unnötige Fouls und Unkonzentriertheiten sorgten dafür, dass die Freiburger die ersten 20. Minuten die bessere Mannschaft waren. Für einen deftigen Aprilscherz sorgte dann jedoch Max Kruse. Nach einem Fehler des Freiburger Innenverteidigers Marc-Oliver Kempf schnappte sich Kruse den Ball ein paar Meter vor der Strafraumgrenze, zog ab und erzielte mit einem sehenswerten Weitschuss den Führungstreffer. Aufgrund seiner Freiburger Vergangenheit fiel der Jubel verhalten aus. Verdient war das 1:0 zu diesem Zeitpunkt nicht.

Doch ein wenig Durchatmen war angesagt, da Werder nach der Führung besser ins Spiel kam und sich defensiv stabilisierte. Wermutstropfen des ganzen war die 33. Minute, in der sich Robert Bauer, der zuletzt sehr starke Linksverteidiger, verletzte. Er versuchte es noch einige Minuten, doch in der 40. kam dann sein Ersatz, der Argentinier Santiago Garcia, in die Partie. Und eben jener Garcia sollte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit noch einmal für ein Highlight und für Freude unter den mitgereisten Bremern sorgen. Nach einem hohen Zuspiel sprintete Garcia die linke Bremer Seite entlang und spielte den Ball scharf in den 16er der Freiburger hinein, wo Thomas Delaney in der 47. Minute einschussbereit war und auf 2:0 erhöhte. Der Pausenstand war erfreulich, aber für jeden Bremer Fan noch längst kein Grund entspannt zu sein.

Streich wechselte dann in der Pause gleich drei Mal. Nils Petersen, ein alter Bekannter vom Osterdeich, kam unteranderem in die Partie. Doch kaum hatte dieser seinen Arbeitstag begonnen, musste er sich auch schon ärgern. In der 48. Minute traf abermals Thomas Delaney per Kopfball-Bogenlampe zum 3:0 für Bremen. Jeder Fan der Grün-Weißen wird sich in diesem Moment gefragt haben „Ja ist denn heut schon Ostern?“. Denn diese komfortable Führung sah dann doch danach aus als müsse man sich nicht bis zum Schluss noch Sorgen machen. Doppelpack des Neuzugangs aus Kopenhagen.

Aber es wäre kein richtiges Spiel des SVW wenn nicht doch noch der dazugehörige Nervenkitzel dazu käme. Santiago Garcia zeigte in einer Szene im Strafraum warum sein Trainer momentan eher auf Robert Bauer setzte. Nach einem plumpen Foul von ihm im gab es Elfmeter für Freiburg, dem sich Petersen annahm. Seinen Schuss konnte Torhüter Wiedwald zwar halten, doch der Nachschuss war drin. Immer ärgerlich, wenn der Ex noch nachtritt. Die werden sich das doch nicht noch aus der Hand nehmen lassen, fragte man sich da als Grün-Weißer Anhänger. Wie gesagt, man schaut kein Spiel des SVW um sich zu entspannen, zumal Freiburg die bessere Mannschaft wurde und insgesamt mehr Ballbesitz hatte. Klar, man musste ja noch zwei Mal treffen.

Ein taktisches Foul der etwas anderen Art, oder wenn man es so sehen möchte, für den zweiten Aprilscherz an diesem Nachmittag sorgte dann in der 70. Minute Schiedsrichter Wolfgang Stark in seinem 340. Bundesliga Spiel. In der Bremer Hälfte konnte er Vincenzo Grifo nicht mehr ausweichen. Die darauffolgende Balleroberung nutzten die Bremer dann über Kruse an der Seitenlinie, der auf den am Strafraum postierten Grillitsch spielte. Dieser legte ab auf Delaney, dessen Schuss – absichtlich oder unabsichtlich – Fin Bartels erreichte, der dann mit der Hacke sehenswert zum 4:1 traf. Spätestens da bestätigte sich dann, dass sich ein Ausflug in den Schwarzwald für Werder Bremen immer lohnt.

Obwohl Freiburg weiterhin die aktivere Mannschaft blieb und durch ihren Top-Scorer Vincenzo Grifo auf 4:2 heran kam, musste man sich als Fan fortan keine Sorgen mehr machen, dass die Lieblings-Mannschaft das doch noch vermasseln könnte. Schlusspunkt eines rundum unterhaltenden Spiels setzte dann abermals Thomas Delaney, der nach einem Freistoß von Florian Kainz zum zweiten Mal per Kopf und zum dritten Mal in diesem Spiel traf. Der Endstand der Partie SC Freiburg gegen Werder Bremen lautete 5:2.

Der Ausflug in den Kraichgau war also auch dieses Mal ein erfreuliches Ereignis für alle Bremer und zum Schluss gab es dann auch noch Pizza – Claudio Pizarro. Die Frohnatur vom Osterdeich durfte für die letzten zwei Minuten auf den Platz und den Sieg mitfeiern. Mit einer solchen Chancenauswertung und weiterhin guten Spielen in den kommenden Wochen sollte Werder mit dem Abschiedskampf nichts mehr zu tun haben. Durchatmen also für jeden Bremer Fan.

Deine Meinung zum Thema

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Über uns

Die Redaktion des Fussball-Bloggers wendet sich bereits seit 2007 mit ihren Artikeln an Fussball-interessierte Leser und deckt dabei alle Bereiche des Fußballs ab. Dazu zählen u.a. der internationale, der nationale und der regionale Fußball, sowohl bei Männern als auch bei Frauen und auch der virtuelle Fußball wird behandelt. Neben interessanten Geschichten rund um die eigentliche Sportart informiert Der Fußball-Blogger außerdem über neue Produkte und Trends im Fußball wie beispielsweise Fußball-Schuhe, Trikots oder Bälle.